Woher Kommt Nikolaus?

Woher Kommt Nikolaus
Andere suchten auch nach Kalkan Aspendos Ölüdeniz Kaputaş Beach Fethiye Olympos Perge

Woher kommt der echte Nikolaus?

Stand: 07.12.2022 00:00 Uhr Wer artig war, hat am 6. Dezember eine süße Überraschung im Stiefel. Woher kommt der Nikolaus-Brauch? Wer war der Heilige, dem etliche Kirchen geweiht sind? Und ist sein roter Mantel tatsächlich eine Erfindung von Coca-Cola? In der Figur des Heiligen Nikolaus sind zwei historische Personen zu einer verschmolzen.

Warum kommt der Nikolaus aus der Türkei?

6.12. Sankt Nikolaus: Der Heilige vom Mittelmeer | BR.de Roter Mantel und Rauschebart. So stellen sich viele Kinder in Deutschland und in anderen Ländern den Heiligen Nikolaus vor. Sein Erscheinungsbild hat allerdings mit der historischen Figur des Nikolaus nicht viel zu tun. Der bärtige Mann mit rotem Gewand geht auf die Gestalt des niederländischen Sinterklaas zurück.

Für die weltweite Verbreitung des heutigen Bildes vom Nikolaus sorgte um die Jahrhundertwende die Firma Coca Cola, die ihn für die Werbung in ihre Firmenfarben einkleidete. So wurde Sankt Nikolaus in vielen Ländern zum Weihnachtsmann, mit dem er heute häufig vermengt wird. Der echte Sankt Nikolaus lebte im Jahre 340 christlicher Zeit als Bischof in der Stadt Myra, in der heutigen Türkei.

Er galt als barmherzig und mildtätig, denn er soll seinen ganzen Besitz und alle Spenden, die er erbetteln konnte, an Arme und Kinder verschenkt haben. Nach seinem Tod an einem 6. Dezember (sein Todes-Jahr ist unbekannt) lebte er in vielen Legenden fort.

  1. Der Kult um den Heiligen Nikolaus entwickelte sich jedoch erst rund 200 Jahre später.
  2. Als Kaiser Justinian dem historischen Nikolaus Mitte des 6.
  3. Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel weihte, verbreitete sich der Brauch, am 6.
  4. Dezember seiner zu gedenken, zunächst in Griechenland, anschließend auch in vielen slawischen Ländern.

In Russland, wurde Nikolaus über die byzantinische Tradition zu einem der meist verehrten Volks-Heiligen. Viele Kirchen tragen dort seinen Namen. Im April 1087 entwendeten Abenteurer aus Bari die Gebeine des Nikolaus aus dem Marmorgrab im türkischen Demre, wo der Heilige begraben war, und brachten sie in ihre italienische Heimatstadt.

Dort errichtete man auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika St. Nicola, die Papst Urban II. im Jahre 1098 weihte. In Deutschland wird St. Nikolaus seit dem 10. Jahrhundert verehrt. Nikolaus gilt seit jeher als Patron der Kinder, die er zahlreichen Legenden zufolge reichlich beschenkt haben soll.

Eine der überlieferten Geschichte aus dem 9. Jahrhundert erzählt von einem armen Mann, der seine drei Töchter verkaufen wollte, da er ihnen keine Aussteuer bereit stellen konnte. Um dies zu verhindern, warf Sankt Nikolaus drei Klumpen Gold durch den Kamin der Familie.

Sie fielen angeblich direkt in die zum Trocknen aufgehängten Socken. Daher stammt der Brauch, am Vorabend des 6. Dezember Socken aufzuhängen oder möglichst große Schuhe vor die Tür zu stellen, damit der Heilige sie mit Gaben füllen kann. Der Brauch will es jedoch, dass nur die braven Kinder von Sankt Nikolaus belohnt werden, die faulen dagegen lässt er von einem Gehilfen bestrafen, etwa von Knecht Ruprecht, auch Hanstrapp, Pelzmärtl, Hans Muff, Krampus oder Klaubauf genannt.

Ein finsterer Typ in schwarzen Lumpen, mit schweren Ketten und großem Sack, in den er die ganz bösen Kinder packt und mitnimmt. Die Begleiter des heiligen Nikolaus unterscheiden sich von Land zu Land. Während der Zwarte Piet (Schwarzer Peter) in Holland sehr farbenfroh gekleidet ist, begleiten in der Slowakei dunkle maskierte Gestalten den heiligen Mann.

  1. In Tschechien hingegen ziehen kleine Teufelchen mit dem heiligen Nikolaus durch die Straßen.
  2. Während Kinder in Deutschland glauben, dass der Heilige Nikolaus vom Himmel herunter kommt, sind sich Kinder in England oder in Dänemark sicher, dass der Heilige aus Grönland anreist.
  3. Fragt man in Amerika nach der Heimat des heiligen Patrons, so lebe Nikolaus am Nordpol, die finnische Tradition lokalisiert Joulupukkis Heim in Lappland.

Manchmal reist er mit einem Schlitten, vor den Pferde oder Rentiere gespannt sind, manchmal geht er auch zu Fuß, von einem Esel begleitet. Nach Holland kommt der Sinterklaas mit einem Schiff aus Spanien. Und das schon Mitte November. Rund drei Wochen lang tourt er dann durch die Niederlande, um seine Gaben zu verteilen.

  1. Die richtigen Geschenke gibt’s allerdings erst am Nikolausabend, dem 5. Dezember.
  2. Um Nikolaus freundlich zu stimmen, stellen die Kinder vor seiner Ankunft Wasser und Heu für dessen Pferd vor die Tür.
  3. Der Proviant wird dann vom ehemaligen Bischof gegen ein Präsent getauscht.
  4. Neben dem Gabenverteilen hatte Nikolaus in früheren Zeiten noch andere Aufgaben.
See also:  Woher Bezieht Vattenfall Gas?

Beispielsweise in der Schweiz, wo er Kinderwünsche erfüllen sollte. Dafür pflückte er der Legende nach Babys von den Bäumen. Dort wie auch in Österreich und Frankreich wird das Nikolausfest alljährlich durch zahlreiche Umzüge zum ganz besonderen Erlebnis.

Was ist die Geschichte vom Nikolaus?

Nikolaus und die drei goldenen Äpfel — Der »echte« Schokoladen-Nikolaus trägt drei goldene Äpfel in der Hand. Diese überreicht er drei Kindern als Geschenk. Aber was hat es mit den drei goldenen Äpfeln eigentlich auf sich? Dahinter verbirgt sich die wohl berühmteste Geschichte, die man sich von Nikolaus Wirken in Myra erzählt: »Einst lebte ein Mann, der drei Töchter hatte.

Er selbst war so krank, dass er nicht arbeiten konnte und seine Frau war gestorben. So lebte die Familie in großer Armut, denn ohne das nötige Geld konnte der Vater seine drei Töchter nicht versorgen. So blieb ihm in seiner Not nichts anderes übrig, als die Mädchen auf dem Marktplatz als Dirnen anzubieten.

Der junge Nikolaus war zur gleichen Zeit gerade Erbe eines großen Vermögens geworden und ihm kam die Not der Mädchen zu Ohren. Er beschloss sofort zu handeln und der Familie zu helfen. In der Nacht trat er heimlich an das geöffnete Fenster, hinter dem die drei Mädchen tief und fest schliefen.

Vorsichtig warf er drei Goldklumpen hinein. Sie hatten die Form von Äpfeln. Um die Mädchen nicht zu wecken, schlich Nikolaus sich leise wieder davon. Am nächsten Morgen entdeckte die jüngste Tochter die reiche Gabe und weckte sogleich ihren Vater und ihre beiden Schwestern. Die Erleichterung der Familie war groß und die Not der drei Mädchen schlagartig beendet.

Sie mussten nie wieder unlautere Dienste verrichten und ihr Vater konnte seinen Töchtern nun sogar eine reiche Aussteuer mitgeben. Und jede von ihnen suchte und fand einen Gemahl, mit dem sie fortan glücklich und zufrieden lebte.«

In welcher Religion gibt es den Nikolaus?

Nikolaus in Geschichte und Legende: Das Thema Artikel bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 4.71429 von 5 bei 7 abgegebenen Stimmen. Die Legenden, die sich um ihn ranken und von seiner Hilfsbereitschaft und vor allem seinem sozialen Engagement berichten, sind dann schon weniger Menschen bekannt. Immerhin hat sich doch vielfach der Brauch erhalten, an seinem Festtag, am 6. Dezember, die Kinder zu beschenken.

Seiner ungebrochenen Popularität, die heutzutage Werbestrategen in der vorweihnachtlichen Hochzeit des Kommerzes willkommenen Stoff liefert, steht das Faktum gegenüber, dass der historische Nikolaus von Myra im Dunkel der Geschichte nahezu verschwindet. Gesichertes Wissen gibt es über ihn kaum. Interessant ist auch, dass er im Katholizismus, in den orthodoxen Kirchen und sogar im Protestantismus gleichermaßen große Wertschätzung erfährt.

Er hat in allen drei großen christlichen Kirchen die Schismen überlebt. Weder das Schisma von 1054 noch die Reformation konnten seiner Popularität in einer der Kirchen etwas anhaben. So entführten nur wenige Jahre nach der Trennung von Ost- und Westkirche Kaufleute aus dem römisch-katholischen Bari die vermeintlichen Gebeine des Heiligen aus dem orthodoxen Myra, das von muslimischen Überfällen bedroht war.

Auch die Einschränkung der Heiligenverehrung in den protestantischen Kirchen machte vor Sankt Nikolaus halt. Das ungebrochene Brauchtum auch in evangelischen Familien und die zahlreichen nach ihm benannten reformatorischen Kirchen legen dafür ein beredtes Zeugnis ab. Der Heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer, Fischer und Handelsleute.

Inflation: \

Was aber macht diesen Heiligen so anziehend bis in die heutige Zeit, dass er nicht nur bei Christen sondern auch bei manchen liberalen Moslems und auch Atheisten seinen Stellenwert behaupten konnte? Wir wollen zunächst einen Blick auf das historisch Wahrscheinliche werfen.

Er ist wohl um 280/286 in Patara in Lykien geboren worden und ist zwischen 345 und 351 in Myra gestorben. Mit großer Sicherheit kann man annehmen, dass er tatsächlich in der Zeit des Kaisers Konstantin Bischof von Myra war. Sein damals ungewöhnlicher griechischer Name Nikolaos bedeutet «Sieg des Volkes (Gottes)» und lässt darauf schließen, dass schon seine Eltern Christen waren.

Noch vor der Duldung des Christentums spricht sich so die Zuversicht der bereits zahlreichen Christen in Lykien aus. So trafen die gegen die Christen erlassenen Gesetze Diokletians aus dem Jahr 303 auf erheblichen Widerstand: Es gab nicht nur bereits eine weit höhere Zahl Christen dort als der Kaiser vermutete, sondern viele der Verwaltungsbeamten waren bereits Christen.

See also:  Woher Kommt Tik Tok?

Sein sozialer und karitativer Einsatz wird so einhellig von den Legenden über ihn betont, dass man kaum daran zweifeln kann. Für seine hohe Bedeutung, die er sich wohl durch sein beispielhaft christliches Leben verdient hat, spricht jedenfalls, dass sich an seinem Gedenktag, seinem überlieferten Todestag am 6.

Dezember jahrhundertelang die Bischöfe der Kirchenprovinz trafen. Noch bevor, etwa 200 Jahre nach seinem Tod, die offizielle Verehrung des heiligen Nikolaus einsetzte, war der Name Nikolaus bei christlichen Familien in Lykien im 5. Jahrhundert der beliebteste Vorname.

Nikolaus muss also wohl tatsächlich eine besondere christliche Gestalt gewesen sein. In der Gestalt des heiligen Nikolaus verdichtet sich der Kern christlichen Handelns. In den legendarischen Erzählungen, die sich um seine Person ranken, wird deutlich, was recht eigentlich christliches Handeln ausmacht.

Wenn davon berichtet wird, wie er verhindert, dass ein Vater aus finanzieller Not heraus seine Töchter zur Prostitution hergeben musste, wenn er zu Unrecht Verurteilte rettet, wenn er einen Mord verhindert und wenn er eine Hungersnot verhindert, so wird deutlich wozu christliche Existenz – im wahrsten Sinne des Wortes — dient.

  • So ist er nicht nur der Landespatron Russlands, Griechenlands und Lothringens, sondern auch der Schutzheilige der Schüler, der Heiratswilligen, der Seefahrer, der Kaufleute und – in echt jesuanischer Tradition – der Gefangenen und der Diebe.
  • Dass davon in unserem westlichen Kulturkreis einiges verschüttet wurde, ist offensichtlich, doch deuten sich immer noch für den, der hinschauen will, die Konturen dieser faszinierenden legendenumwobenen Gestalt des Christentums an.

: Nikolaus in Geschichte und Legende: Das Thema

Ist Nikolaus ein christliches Fest?

Wieso wird Nikolaus als Heiliger verehrt? — Bis heute sind sich Fachleute nicht sicher, welche Geschichten über den Nikolaus tatsächlich wahr sind. Denn nicht alle wurden damals aufgeschrieben. Manche wurden nur weitererzählt. Einige Fachleute glauben, dass sich Nikolaus-Geschichten über verschiedene Menschen im Laufe der Zeit vermischt haben.

In Geschichten von früher wird erzählt, dass Nikolaus ein guter Mensch war. Er war großzügig und kümmerte sich um arme Leute — wohl besonders um Kinder. Deshalb wird er heute von gläubigen Christen als Heiliger verehrt. So heißt es etwa, Nikolaus’ Eltern hätten ihm ein großes Vermögen hinterlassen, mit dem er Bedürftigen half.

Eine der bekanntesten Nikolaus-Legenden besagt, er habe drei Mädchen vor der Prostitution bewahrt. Der Vater der Mädchen habe damit das Überleben der Familie sichern wollen. Um die Mädchen vor ihrem Schicksal zu bewahren, soll der heilige Nikolaus drei Klumpen Gold durch das Fenster oder durch den Kamin geworfen haben.

  1. Sie fielen direkt in Socken, die dort zum Trocknen hingen.
  2. Eine weitere bekannte Geschichte über den Nikolaus von Myra besagt, er habe die Stadt vor Seeräubern und einer Hungersnot bewahrt.
  3. Aus den Legenden schält sich das Bild eines ungewöhnlich menschenfreundlichen Kirchenmannes heraus, volksnah und voller Güte, Mut und Zivilcourage.

Nikolaus ist einer der beliebtesten christlichen Heiligen. Heute wird er als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder, der Seeleute, Bäcker, Kaufleute und vieler weiterer Berufsgruppen verehrt.

Ist Nikolaus am 5 oder 6?

Und wieso gibt es Geschenke? — Nikolaus gilt seit jeher als Schutzpatron der Kinder. Im Mittelalter entwickelte sich der Brauch, dass ein als Nikolaus verkleideter Mann die Familien besuchte, wobei er artige Kinder belohnte und unartige bestrafte. Diese Aufgabe überließ der Heilige oft seinem Begleiter, der je nach Region anders hieß, etwa Knecht Ruprecht, Krampus, Pelzmärtl, Hans Muff oder – in den Niederlanden – der „Zwarte Piet».

Figuren, die heute aus verschiedenen Gründen umstritten sind und daher oft nicht mehr dabei sind. Die Kinder mussten zum Teil Gedichte und Gebete aufsagen, um ein Geschenk zu erhalten. Martin Luther war es, der im Zuge seiner Kritik an der Verehrung von Heiligen den Geburtstag Jesu zum Gabentag machte und das Christkind die Geschenke bringen ließ.

Bis heute aber hält sich der Brauch, dass Nikolaus zu seinem Festtag am 6. Dezember die Socken und Schuhe mit Süßigkeiten und kleinen Gaben füllt.

Was passierte am Nikolaustag?

Nikolaustag: Warum feiern wir Nikolaus? Der Nikolaus besucht die Kinder beispielsweise auf dem Weihnachtsmarkt. Foto: Kzenon/Shutterstock Jedes Jahr stellen zahlreiche Kinder am Vorabend des 6. Dezembers ihre Stiefel vor die Tür, damit sie in der Nacht vom Nikolaus gefüllt werden.

See also:  Woher Kommt Zahnstein?

Doch wie entstand der Nikolaustag eigentlich? Die Antworten auf alle Fragen rund um Nikolaus gibt es hier. Für viele Menschen, vor allem für Kinder, stellt der Nikolaustag ein besonderes Highlight in der dar. Fröhliche Nikolaus-Lieder, über Nacht gefüllte Teller oder Stiefel und vielleicht sogar ein Besuch vom Nikolaus persönlich machen den Tag ganz märchenhaft.

Doch woher kommen diese Bräuche eigentlich? Und wer war dieser Nikolaus, dem dieser Tag gewidmet ist? Der Nikolaustag ist jedes Jahr am 6. Dezember. In Deutschland und den meisten anderen Ländern ist dies kein gesetzlicher, sondern lediglich ein kirchlicher Gedenktag.

  1. In Luxemburg jedoch ist der Nikolaustag ein wichtiger Tag: Kinder der Vor- und Grundschule haben schulfrei und der Kleeschen (Nikolaus) bringt Geschenke, mancherorts sogar mehr als an selbst.
  2. Wir feiern den Nikolaustag in Gedenken an den Heiligen Nikolaus von Myra.
  3. Angeblich soll er an einem 6.
  4. Dezember gestorben sein.

Der Heilige Nikolaus ist einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen der katholischen, In Russland und anderen orthodoxen Kirchen wird dem Nikolaus bis heute eine besonders große Bedeutung beigemessen. Er wird dort als „Engel auf Erden» oder „Retter der Welt» verehrt.

Woher kommt der Knecht Ruprecht?

Knecht Ruprecht: Unheimlicher Begleiter des St. Nikolaus — 03.12.2013, 16:22 | Lesedauer: 3 Minuten Ob Knecht Ruprecht oder Schwarzer Peter genannt: Vor dem schaurigen Mann mit der Rute fürchteten sich Generationen. In den Niederlanden befasst sich sogar der Menschenrechtskommissar mit der Gestalt.

Ilberstedt. Er hat viele Namen: Knecht Ruprecht, Rubbelz, Krampus, Schwarzer Peter, Hans Trapp und andere mehr. Oft in Fell gehüllt, das Gesicht geschwärzt, manchmal mit Ketten rasselnd, hat er Generationen von Kindern mit seiner Rute das Fürchten gelehrt. Die Rede ist vom legendären Begleiter des heiligen Bischofs Nikolaus.

Die dunkle Gestalt, die mit seinem Herrn um den 6. Dezember herum von Haus zu Haus zieht und Familien besucht, gibt Rätsel auf. Was hat dieses meist schaurig-dämonische Wesen in einem kirchlichen Brauch zu suchen, noch dazu als Begleitung eines Heiligen? Im 19.

Jahrhundert glaubten Wissenschaftler, es sei ein Überbleibsel heidnisch-germanischer Winterrituale. Auch die Auffassung, die schaurige Verkleidung solle böse Geister vertreiben, war verbreitet. Einig waren sie sich darin, dass es sich um den Rest eines heidnischen Kultes handele, den die Kirche nicht ausrotten konnte und deshalb ins christliche Brauchtum einzugliedern versuchte.

In Sachsen-Anhalt gibt es eine weitere Theorie. Ihr zufolge „kommt» Knecht Ruprecht aus Cölbigk, einem Ortstteil von Ilberstedt bei Bernburg. Dort lebte der Überlieferung nach vor rund 1000 Jahren ein Priester mit Namen Rupert oder Ruprecht. Als er am Weihnachtsabend des Jahres 1021 die Messe las, fand sich auf dem Platz vor der Kirche eine Gruppe Jugendlicher ein.

  1. Sie vergnügten sich lautstark bei Tanz und Gesang.
  2. Ruprecht mahnte sie vergeblich, damit aufzuhören.
  3. Daraufhin verwünschte er die Gruppe, ein ganzes Jahr ohne Unterlass zu tanzen, was der Legende nach auch geschah.
  4. Erst der Bischof von Köln hat die Unglücklichen durch die Absolution von dem Bann befreit.

Einige Tänzer starben anschließend, die anderen litten ihr Leben lang an Gliederzuckungen, so die Überlieferung. In Cölbigk und Umgebung sehen viele in dem unheimlichen Priester den Ursprung der Ruprechtsfigur. Auch wenn dies nicht unwidersprochen bleibt, gehört der Furcht einflößende Geselle bis heute zum Repertoire mancher Nikolausfeier.

  • Die Psychologie hat ihren Frieden damit geschlossen.
  • Manche ihrer Vertreter haben Knecht Ruprecht wie seinem Herrn mittlerweile sogar das Prädikat „pädagogisch wertvoll» verliehen.
  • Er stelle wie der böse Wolf im Märchen die dunkle Seite des Menschen dar, so Gisela Rohrer vom Bund der Deutschen Psychologen.

Im Zusammenspiel des heiligen Nikolaus mit seinem Begleiter könnten Kinder lernen, richtig mit Aggressionen umzugehen. Von anderer Seite ist der Kompagnon des Bischofs von Myra in seiner niederländischen Variante allerdings unter Beschuss geraten. Dort tritt er als der „Zwarte Piet» („Schwarzer Peter») auf.

  1. Vor allem Menschen afrikanischer Herkunft sehen darin „inakzeptable, koloniale Haltungen, die sie rassistisch und beleidigend finden», wie das Hohe Kommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte betont.
  2. Die Gestalt des „Zwarten Piet» erscheint im Brauchtum erst im 19.
  3. Jahrhundert.
  4. Inwieweit sie mit der Kolonialvergangenheit des Landes zu tun hat, wird in der Forschung noch diskutiert.

Beim UN-Menschenrechtsbüro befasst sich aber bereits eine Arbeitsgruppe von fünf Experten und drei Sonderberichterstattern mit dem „Zwarten Piet». ( (kna) ) Di., 03.12.2013, 16.22 Uhr Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt’s hier: Aus aller Welt