Woher Kommt Adhs?

Woher Kommt Adhs
Wie entsteht ADHS? – Die Ursachen des ADHS sind noch nicht vollständig geklärt. Es scheint sicher, dass eine genetische Veranlagung im Zusammenspiel mit weiteren Umweltfaktoren zu den Symptomen des ADHS führt. Beim ADHS spielen Botenstoffe des Gehirns, sogenannte Neurotransmitter wie Dopamin oder Noradrenalin, eine besondere Rolle.

Ist ADHS angeboren oder wird’s erworben?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeichnet sich durch Konzentrationsschwierigkeiten oder eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und/oder übermäßige Aktivität und nicht dem Alter des Kindes entsprechende Impulsivität aus, welche die Leistungsfähigkeit oder Entwicklung beeinträchtigen.

ADHS ist eine Hirnfunktionsstörung, die angeboren ist oder sich kurz nach der Geburt entwickelt. Manche Kinder können sich nur schwer konzentrieren und halten nicht lange genug durch, um z.B. eine Aufgabe auszuführen, andere Kinder sind hyperaktiv und impulsiv; und wieder andere sind beides. Bei der Diagnose stützt sich der Arzt auf Fragebogen, die von den Eltern und Lehrern ausgefüllt wurden, sowie auf Beobachtungen des Kindes. Häufig sind Psychostimulanzien oder andere Medikamente sowie strukturierte Umgebungen, gewohnte Abläufe, ein Interventionsplan seitens der Schule und verhaltenstherapeutisch geschulte Reaktionen der Eltern erforderlich.

Zwar gibt es zur Zahl der betroffenen Kinder ganz unterschiedliche Meinungen, aber es wird von 5 bis 15 Prozent aller Kinder ausgegangen, die von ADHS betroffen sind, wobei doppelt so viele davon Jungen sind. Viele Zeichen der ADHS fallen oft vor dem 4.

Und praktisch immer vor dem 12. Lebensjahr auf, wobei die schulischen Leistungen und das soziale Funktionsniveau manchmal erst im Mittelschulalter beeinträchtigt werden. ADHS wurde früher einfach nur als Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) bezeichnet. Aufgrund der bei betroffenen Kindern häufig zu beobachtenden Hyperaktivität – die im Grunde nichts anderes als eine Folge der Aufmerksamkeitsstörung und Impulsivität ist – wurde dieser Ausdruck entsprechend abgeändert.

Bei der ADHS werden drei Formen unterschieden:

Unaufmerksam Hyperaktiv/impulsiv Kombiniert

Die Symptome von ADHS können leicht bis stark ausgeprägt sein und können sich unter bestimmten Rahmenbedingungen, wie schwierigen privaten und schulischen Verhältnissen, verschlimmern. Der wachsende schulische Druck und der stark beschleunigte und organisierte Lebensstil der heutigen Zeit machen ADHS zu einem Problem, wohingegen in früheren Generationen, in denen man andere Erwartungen an das Verhalten von Kindern hatte, sich die Symptome dieser Störung viel besser ausgleichen ließen.

  1. Einige Symptome dieser Störung können sich auch bei Kindern finden, bei denen nicht von dieser Erkrankung auszugehen ist; bei denjenigen, die tatsächlich an ADHS leiden, sind sie jedoch wesentlich häufiger und stärker ausgeprägt.
  2. Auch wenn ADHS als Kinderkrankheit angesehen wird und immer zuerst in der Kindheit auftritt, kann es sein, dass sie erst im Jugend- oder Erwachsenenalter erkannt wird.

Die neurologischen Unterschiede dauern bis ins Erwachsenenalter an und etwa die Hälfte der Patienten leidet an Verhaltensauffälligkeiten im Erwachsenenalter. Bei Erwachsenen sind die Symptome unter anderem:

Konzentrationsschwierigkeiten Schwierigkeit, Aufgaben zu Ende zu bringen (mangelhafte ausführende Fähigkeiten) Ruhelosigkeit Stimmungsschwankungen Ungeduld Schwierigkeiten, Beziehungen aufrecht zu erhalten

Erwachsene können von der gleichen Art Stimulanzien profitieren wie betroffene Kinder. Sie benötigen möglicherweise Beratungen, um ihr Zeitmanagement zu verbessern und weitere Bewältigungsstrategien zu entwickeln. ADHS hat keine einzelne bestimmte Ursache, es sind jedoch häufig genetische (ererbte) Faktoren im Spiel.

  1. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Anomalien bei den Neurotransmittern (Botenstoffe im Gehirn, die Nervenimpulse übermitteln) an der ADHS beteiligt sind.
  2. Einige andere Risikofaktoren sind niedriges Geburtsgewicht (unter 1500 g), Kopfverletzung, Infektionen des Gehirns, Eisenmangel, obstruktive Schlafapnoe Obstruktive Schlafapnoe Schlafapnoe ist eine ernste Schlafstörung, bei der die Atmung mehrmals so lange aussetzt, dass der Schlaf gestört wird, wobei der Sauerstoffgehalt im Blut vorübergehend abnimmt und der Kohlendioxidgehalt.

Erfahren Sie mehr und Bleivergiftung sowie Kontakt mit Alkohol, Tabak oder Kokain vor der Geburt. ADHS wird auch mit traumatischen Ereignissen in der Kindheit in Verbindung gebracht, z.B. Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung. Manche Menschen befürchten, dass Nahrungsmittelzusätze und Zucker ADHS verursachen könnten.

Obschon einige Kinder nach dem Essen von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln hyperaktiv oder impulsiv werden, haben Studien bestätigt, dass die Unterschiede im Gehirn, die zu ADHS führen, angeboren sind und nicht durch Lebensmittel oder Umwelteinflüsse verursacht werden. ADHS ist hauptsächlich ein Problem mit anhaltender Aufmerksamkeit, Konzentration und der Fähigkeit, eine Aufgabe zu Ende zu führen.

Ein betroffenes Kind kann zudem hyperaktiv und impulsiv sein. Vorschulkinder mit ADHS können Kommunikationsschwierigkeiten und Probleme mit der sozialen Interaktion haben. Wenn die Kinder das Schulalter erreichen, erscheinen sie unaufmerksam, zappeln und hampeln herum.

  • Sie sind impulsiv und platzen mit Antworten heraus.
  • In der späteren Kindheit bewegen diese Kinder ihre Beine häufig ruhelos hin und her, zappeln mit den Händen herum, plappern impulsiv drauflos, sind vergesslich und unorganisiert.
  • Normalerweise sind sie nicht aggressiv.
  • Etwa 20 bis 60 Prozent der Kinder mit ADHS haben Lernbehinderungen Lernstörungen Mit diesem Begriff bezeichnet man die Unfähigkeit, spezifische Fähigkeiten oder Informationen aufgrund mangelhafter Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- oder Gedankenleistungen zu erlangen, zu behalten.

Erfahren Sie mehr, Die Störung betrifft Lesen, Mathematik oder Schreiben und die meisten haben schulische Probleme, z.B. schlechte Noten aufgrund schlampiger oder unvollendeter Hausaufgaben (ausführende Fähigkeiten). Sie arbeiten unordentlich, machen viele Flüchtigkeitsfehler und Fehler durch Unüberlegtheit.

Untersuchung durch den Arzt

Die Diagnose ADHS stützt sich auf Anzahl, Häufigkeit und Schweregrad der Anzeichen. Kinder müssen 6 oder mehr Anzeichen für eine Unaufmerksamkeit oder Hyperaktivität und Impulsivität aufweisen (oder 6 von jeder Gruppe zur Diagnose der kombinierten Form von ADHS; siehe Anzeichen von ADHS Zeichen von ADHS ). Die Anzeichen müssen in mindestens zwei separaten Umgebungen (typischerweise zu Hause und in der Schule) vorhanden sein, damit die Reaktion des Kindes auf bestimmte situationsbedingte Probleme nicht mit ADHS verwechselt wird. Treten die Anzeichen z.B.

Nur zu Hause oder nur in der Schule auf und sonst nirgends, gehören sie nicht dem ADHS-Komplex an, da solche Anzeichen dann durch die jeweilige Situation verursacht werden. Zudem müssen die Anzeichen deutlich stärker ausgeprägt sein als dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes entsprechend und dies seit mindestens sechs Monaten.

Oft ist die Diagnose schwierig, da sie auf subjektiven Beobachtungen basiert. Kinder, die hauptsächlich unaufmerksam sind, können übersehen werden, bis ihre schulischen Leistungen nachlassen. Es gibt keinen Labortest zur Feststellung von ADHS. Fragebogen zu verschiedenen Aspekten des Verhaltens und der Entwicklung können den Ärzten und Psychologen bei der Diagnose helfen.

  • Da ADHS häufig mit Lernstörungen einhergeht, werden diese Kinder psychologisch getestet, um einerseits festzustellen, ob ADHS vorliegt, und andererseits, um eine spezifische Lernstörung zu erkennen, die Ursache für die Aufmerksamkeitsstörung sein oder zusätzlich vorliegen kann.
  • Es werden auch eine körperliche Untersuchung und manchmal verschiedene Blut- und andere Tests durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Wichtig ist, dass die große Mehrheit der Kinder mit ADHS zu kreativen und produktiven Erwachsenen werden und dass sich Menschen mit ADHS besser an Arbeitsumgebungen als an Schulsituationen anpassen können. Wenn die Störung in der Kindheit jedoch unbehandelt bleibt, kann das Risiko für Alkohol- oder Drogenmissbrauch sowie Suizid zunehmen.

Kinder mit ADHS leiden in der Regel auch im Erwachsenenalter an ihrer Unaufmerksamkeit. Bei hyperaktiven Kindern verlieren sich die Impulsivität und Hyperaktivität mit dem Alter zunehmend. Die meisten Jugendlichen und Erwachsenen lernen jedoch, den Lebensstil an ihre Unaufmerksamkeit anzupassen. Etwa ein Drittel der Betroffenen profitiert auch weiterhin von der Anwendung von Stimulanzien.

Weitere Probleme, die im Jugend- oder Erwachsenenalter auftreten oder bestehen bleiben können, umfassen schlechte schulische Leistung, Desorganisation (oder schlechte Führungsfähigkeiten), geringes Selbstwertgefühl, Ängstlichkeit, Depression und Schwierigkeiten, sich angemessene soziale Verhaltensweisen anzueignen.

Psychostimulanzien Verhaltensmodifikation

Kinder werden sowohl mit Verhaltenstherapie als auch Stimulanzien behandelt. Medikamente lindern die Symptome und ermöglichen es den Kindern, leichter an schulischen und anderen Aktivitäten teilzunehmen. Insbesondere jüngere Kinder profitieren von einer Kombinationstherapie.

Bei Kindern im Vorschulalter kann eine Verhaltenstherapie allein ausreichend sein. In den USA verlangt das Gesetz für die Bildung von Personen mit Behinderungen (Individuals with Disabilities Education Act, IDEA), dass Kinder und Jugendliche mit ADHS an öffentlichen Schulen kostenlos und angemessen unterrichtet werden.

Der Unterricht muss so wenig restriktiv wie möglich und so inklusiv wie möglich sein. Das heißt, den Kindern muss jede Möglichkeit geboten werden, mit nicht-behinderten Gleichaltrigen zu interagieren und sie müssen gleichen Zugang zu vor Ort vorhandenen Ressourcen erhalten.

Schlafstörungen (wie Insomnie) Appetithemmung Kopfschmerzen Magenschmerzen Erhöhte Herzfrequenz und Blutdruck Depression, Traurigkeit oder Ängstlichkeit

Bei den meisten Kindern treten keine Nebenwirkungen auf, außer vielleicht einer Appetithemmung. Alle diese Nebenwirkungen verschwinden, wenn das Medikament abgesetzt wird. Da Stimulanzien, wenn sie in hohen Dosen und für lange Zeit eingenommen werden, jedoch das Wachstum bis ins Erwachsenenalter hemmen können, überwacht der Arzt das Gewicht und die Größe des Kindes.

Wenn Kinder langsam wachsen oder andere erhebliche Nebenwirkungen aufweisen, können Ärzte eine Medikamentenpause empfehlen. Dabei wird das Stimulans eine Zeit lang abgesetzt, wenn das Kind nicht so aufmerksam und fokussiert sein muss, zum Beispiel an den Wochenenden oder in den Sommerferien. Manche Kinder kommen jedoch auch außerhalb der Schule nur schwer zurecht und vertragen keine Medikamentenpause.

Zur Behandlung von Unaufmerksamkeit und Verhaltensproblemen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Zu diesen Medikamenten zählen:

Atomoxetin (ein nicht stimulierendes ADHS-Medikament) Bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck wie Clonidin und Guanfacin Antidepressiva Angstlösende Medikamente

Manchmal wird eine Kombination von Medikamenten verwendet. Um die Folgen von ADHS möglichst gering zu halten, sind feste Strukturen, gewohnte Abläufe, ein Interventionsplan von Seiten der Schule sowie verhaltenstherapeutisch geschulte Reaktionen der Eltern erforderlich.

Bei Kindern mit erheblichen Verhaltensauffälligkeiten reicht eine medikamentöse Behandlung unter Umständen aus. Stimulanzien wirken jedoch nicht rund um die Uhr, weshalb organisatorische und andere Fähigkeiten anderweitig unterstützt werden müssen. Manchmal wird die medikamentöse Behandlung mit einer Verhaltenstherapie durch einen Kinderpsychologen kombiniert.

Im Folgenden handelt es sich um Hilfsmittel in englischer Sprache, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

Individuals with Disabilities Education Act (IDEA) : Ein US-amerikanisches Gesetz, das berechtigten Kindern mit Behinderungen eine angemessene öffentliche Bildung kostenlos zur Verfügung stellt und eine spezielle Ausbildung und damit verbundene Dienste für diese Kinder gewährleistet Americans with Disability Act : Ein US-amerikanisches Gesetz, das Diskriminierung aufgrund einer Behinderung verbietet

Wer vererbt ADHS Vater oder Mutter?

Stand der Forschung Ursachen der ADHS Es gilt heute als gesichert, dass ADHS zu einem hohen Prozentsatz erblich ist. Die Wahrscheinlichkeit für Kinder eine ADHS zu haben, wenn ein Elternteil betroffen ist, liegt bei 20-30%. Haben beide Eltern eine ausgeprägte ADHS, so liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die leiblichen Kinder eine ADHS entwickeln, bei 80- 90%. Sicher ist heute, dass die ADHS eine Störung bzw. Normvariante des Frontalhirns darstellt, welches für die Verhaltensregulierung, aber auch für Entscheidungen, Auswertung von Erfahrungen und für die gesamte Steuerung des Organismus zuständig ist. Das Frontalhirn steuert die Informationsverarbeitung all der Millionen Reize, die jede Sekunde auf uns einströmen.

  1. Es muss diese Reize mit Hilfe untergeordneter Hirnzentren filtern, sortieren, ablegen, löschen oder weiterleiten.
  2. Das setzt voraus, dass in unserem Gehirn eine Informationsverarbeitung und Selektion nach Prioritäten stattfindet.
  3. Funktionieren diese Filter nicht ausreichend, kommt es zu einem Datencrash oder Datenkurzschluss, das Gehirn kann die einströmenden Reize nicht sinnvoll verarbeiten.

Medizinisch hat man durch neue PET-Untersuchungen (Positronen-Emissions-Tomographie) eindeutig nachweisen können, dass die vorderen Hirnabschnitte beim ADHS- Betroffenen weniger stark durchblutet sind. Auch konnte eine geringere Nervenaktivität in bestimmten Hirnregionen nach-gewiesen werden.

Darüber hinaus werden Nebenregionen des Gehirns aktiviert, die eine genaue Zuordnung beziehungsweise Verarbeitung der eingehenden Informationen erschweren. Man nimmt heute an, dass die hemmenden Funktionen des Frontalhirns nicht ausreichend aktiviert sind, so dass die Brems- und Hemmungssysteme des Gehirns nicht wie erforderlich arbeiten (woraus die überschießenden Reaktionen und Gefühle der ADHS- Betroffenen resultieren).

Man fand außerdem in den vorderen Hirnabschnitten und den Hirnkernen Größen- Veränderungen. Auch bei den wichtigen Gehirn-hormonen, den Neurotransmittern, die wesentlich unser Fühlen und unsere Befindlichkeit bestimmen, wurden Veränderungen festgestellt.

  • Bei der Entwicklung der ADHS spielen die Hormone Serotonin, das für die Impulskontrolle, und Noradrenalin, das für die Aufmerksamkeit und Aktivität zuständig ist, eine Rolle.
  • Das wichtigste Hormon bei der Entstehung der ADHS ist das Dopamin,
  • Dieser Neurotransmitter steuert die Aktivität, den Antrieb und die Motivation.

Wissenschaftlich konnte gezeigt werden, dass sich bei ADHS am Dopamin-Rezeptor und auch am Dopamin-Transporter-Gen Störungen finden, so dass Dopamin in bestimmten Hirnarealen nicht ausreichend vorliegt beziehungs-weise zu schnell abgebaut wird. Gesichert ist, dass Dopamin zu schnell im synaptischen Spalt, seinem Wirkort, abgebaut wird.

Kann man mit ADHS geboren werden?

ADHS: Ärzte finden genetische Ursache für Hyperaktivität Erstmals haben Forscher direkte Hinweise auf eine genetische Ursache für ADHS gefunden. Eine Studie stellte bei Kindern mit der psychischen Störung deutliche Unterschiede im Erbgut fest. Andere Wissenschaftler warnen jedoch davor, den alleingen Grund in den Genen zu vermuten. Woher Kommt Adhs Junge unter Wasser: Gene stehen im Zusammenhang mit ADHS Foto: Corbis Viele Forscher vermuten es schon länger. Nun haben britische Wissenschaftler erstmals einen direkten Beweis dafür erbracht, dass die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern zumindest zum Teil genetisch bedingt ist.

  • Wie ein Forscherteam um Anita Thapar im berichtet, weist das Erbgut von Kindern mit der psychischen Störung gegenüber solchen, die nicht darunter leiden, deutliche Unterschiede auf.
  • Die Wissenschaftler nutzten dabei eine Methode, die in den vergangenen Jahren immer mehr in Mode gekommen ist: Sie nennt sich GWAS – genome-wide association study – und ist mehr oder weniger eine Kombination aus epidemiologischen Studien und Genomanalysen.

Dabei untersuchen die Forscher sogenannte Punktmutationen, das heißt, einzelne veränderte Bausteine der DNA, die ungleich verteilt im menschlichen Genom auftreten und von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Für die ADHS-Studie verglichen die Wissenschaftler das Erbgut von 366 Kindern mit der psychischen Störung mit dem von 1047 Kindern ohne ADHS.

Bei hyperaktiven Kindern liegen demnach bestimmte Abschnitte der DNA, sogenannte Genkopiezahlvarianten (CNV), entweder in doppelter Ausführung vor oder fehlen. CNV wurden bereits mit Krankheiten wie Autismus oder Schizophrenie in Verbindung gebracht. “Wir haben bereits seit einigen Jahres gewusst, dass ADHS wohl genetisch bedingt sein muss, weil es in betroffenen Familien immer wieder vorkommt”, sagte Anita Thapar, Professorin für neuropsychiatrische Genetik in Cardiff.

“Wirklich spannend ist, dass wir erstmals die genetische Verbindung gefunden haben.” Hyperaktive Kinder würden wegen ihres Verhaltens oft stigmatisiert, nicht selten werde dies auf angebliche schlechte Erziehung durch die Eltern zurückgeführt. “Die Entdeckung dieses direkten genetischen Zusammenhangs dürfte dieses Missverständnis ausräumen”, sagte Thapar.

  1. Die Forscher machten allerdings deutlich, dass noch viel Arbeit bevorstehe, ehe die psychische Störung vollständig verstanden werden könne.
  2. Andere Experten, wie etwa Christian Rauschenfels, Familientherapeut von der Sinn-Stiftung München halten jedoch dagegen.
  3. Die Vorstellung, die Probleme der Kinder seien genetisch bedingt, ist für viele Eltern eine enorme Entlastung”, sagte er vor kurzem im,

Wer die Umwelt ausblende, müsse sich nicht vorwerfen lassen, die Erziehung sei schuld am Schulversagen und an den sozialen Problemen des Kindes. Studienmethode mit Grenzen Und es gibt auch immer mehr Kritik an dem Studienverfahren, das die britischen Forscher verwendeten: Zwar finden die Forscher mit GWAS Genvarianten, die irgendwie mit einer bestimmten Erkrankung in Zusammenhang stehen – seriöse Vorhersagen über das Erkrankungsrisiko ließen sich indes aber nicht treffen, schrieb kürzlich der Populationsgenetiker David Goldstein im “New England Journal of Medicine”.

  • ADHS ist die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen und kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen.
  • Bisher gibt es keine eindeutige Erklärung dafür.
  • Die Hauptursache wird in der Veränderungen der Funktionsweise des Gehirns vermutet.
  • Wissenschaftler gehen davon aus, dass neben genetischen Faktoren zum Beispiel auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen in Deutschland schwankt in Studien zwischen zwei und etwa sechs Prozent. Schätzungen zufolge sind rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen, Jungen dabei drei- bis viermal so häufig wie Mädchen.

Die Verschreibung von Medikamenten für Kinder mit dem sogenannten Zappelphilipp-Syndrom ist in Deutschland in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten DAK-Studie verschreiben die Ärzte aber offensichtlich zunehmend weniger und Strattera an Grundschüler.

Die Zahl der Rezepte für Sechs- bis Neunjährige sei zwischen 2007 und 2009 um ein Viertel (24 Prozent) gesunken, teilte die Krankenkasse in Hamburg mit. Im Zusammenhang mit ADHS-Medikamenten werden immer wieder Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Wachstumsstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden genannt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen hatte deshalb vor kurzem die Verordnung von ADHS-Medikamenten wie Ritalin eingeschränkt. Die Diagnose muss künftig noch umfassender als bisher gestellt werden und darf in der Regel nur noch von Spezialisten erfolgen. Zudem soll die Therapie regelmäßig unterbrochen werden, um Auswirkungen auf das Befinden des Kindes zu beurteilen.

: ADHS: Ärzte finden genetische Ursache für Hyperaktivität

In welchem Alter entwickelt sich ADHS?

Eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beginnt im Kindes- und Jugendalter. Bei vielen sind die Symptome mit zunehmendem Alter schwächer ausgeprägt als im Kindes- oder Jugendalter. Bei einigen Menschen wird eine ADHS auch erst im Erwachsenenalter festgestellt.

Was passiert wenn ADHS nicht behandelt wird?

Symptome bei Erwachsenen anders als bei Kindern – Das hyperaktive Verhalten, das oft zentraler Bestandteil des kindlichen Krankheitsbildes ist, rückt mit zunehmendem Alter meist in den Hintergrund. „Bei Erwachsenen zeigt sich die Hyperaktivität eher durch innere Unruhe, Angespanntheit und Nervosität.

Sie wirken oft ruhelos, können zu «Workaholics» werden oder sind unfähig, sich zu entspannen”, illustriert Prof. Eich-Höchli das Erkrankungsbild. Die Problematik im Bereich der Aufmerksamkeit betrifft Kinder und Erwachsene vergleichbar. Betroffene haben Konzentrationsstörungen, sind leicht ablenkbar, tun sich schwer, etwas zu planen und sich auf Dinge zu fokussieren.

„Viele haben beispielsweise das Gefühl, sämtlichen Geräuschen ihrer Umgebung ausgeliefert zu sein. Aufgrund der leichten Ablenkbarkeit können sie sich nicht dauerhaft mit etwas auseinandersetzen. Sie wechseln Tätigkeiten, ohne etwas zu Ende zu bringen – auch weil ihnen Dinge als gleich wichtig erscheinen.” Besonders problematisch stellt sich ihr unorganisierter Alltag im Berufsleben dar, doch auch im privaten Bereich haben sie damit zu kämpfen.

  • Die Impulsivität zeigt sich in unüberlegten Handlungen und Äußerungen, wenig Geduld, Gefühlsausbrüchen und auch gefährlichen Handlungen.
  • Erkrankte neigen dazu, in Gespräche hineinzuplatzen, dazwischen zu reden und schwallartig zu erzählen.
  • Das kann vom Umfeld als unhöflich und störend empfunden werden.

Doch auch Betroffene leiden unter dem Eindruck, zu viel zu reden”, so die Expertin. „Schwierigkeiten bei der Emotionsregulierung zeigen sich in abrupten Stimmungsschwankungen. Betroffene können ganz plötzlich traurig, ängstlich oder zornig reagieren und heftige Wutausbrüche haben.

  1. Dies kann für die Umwelt irritierend sein, wird aber auch von den Erkrankten als belastend empfunden.” Man geht heute davon aus, dass diese häufig vererbbare Erkrankung vorwiegend durch neurobiologische Faktoren zu erklären ist, wobei ungünstige Umweltfaktoren – z.B.
  2. Eine psychische Erkrankung der Eltern oder Spannungen im sozialen Umfeld – das Störungsbild negativ beeinflussen können.

Ob ADHS-Betroffene behandelt werden sollten, hängt vom Grad der Beeinträchtigung und des subjektiven Leidens ab. „ADHS ist auch im Erwachsenenalter gut behandelbar. Eine frühzeitige, umfassende Behandlung, die eine Aufklärung über das Störungsbild, psychotherapeutische Verfahren und, wenn nötig, eine medikamentöse Unterstützung umfasst, kann im weiteren Verlauf die negativen Folgen vermeiden oder zumindest deutlich abschwächen”, rät Prof.

Eich-Höchli. Unerkannt und unbehandelt kann es mit zunehmender Erkrankungsdauer zu beruflichen Misserfolgen, aber auch zu Komorbiditäten wie Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen und insbesondere Suchterkrankungen kommen. Mehr Informationen unter www.psychiater-im-netz.org Quellen Eich-Höchli, D; Eich, P (2004).

Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung bei Erwachsenen. Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten unterdiagnostiziert. Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie & Neurologie, (2):17-21. Eich-Höchli, D;Gamma A; Eich, P (2012). ADHS bei Erwachsenen – Der Leidensdruck bestimmt die Therapie.

Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie & Neurologie, (10), Nr.3 Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.psychiater-im-netz.org. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patientenportals verlinken.

Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden. : ADHS im Erwachsenenalter ist unterdiagnostiziert

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Was fehlt dem Körper bei ADHS?

Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn – Bei ADHS liegt ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin vor. Diese sogenannten Neurotransmitter sind für die Informationsübertragung in den Nervenzellen wichtig. Bei ADHS ist nicht genügend Dopamin im Raum zwischen zwei Nervenzellen (synaptischer Spalt) vorhanden. 2 / 4

Bin ich mit ADHS behindert?

1. Das Wichtigste in Kürze – Bei ADHS (früher ADHS und ADS) kann vom Versorgungsamt ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden, insbesondere wenn zusätzliche Beeinträchtigungen vorliegen, z.B. Teilleistungsschwächen. Wird ein GdB anerkannt, können bestimmte Hilfen und Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden.

Kann jemand mit ADHS lieben?

ADHS und Partnerschaft Woher Kommt Adhs Hören Sie dazu auch das zu diesem Thema ADHS-Betroffene können es schwer haben mit ihren ADHS-Problemen, aber Partner und Angehörige eben auch. Die Auswirkungen der ADHS-Symptome zeigen sich in vielen Lebensbereichen, die die Partnerschaft und den Partner mitbetreffen.

  • Ich möchte gleich zu Beginn betonen, dass ADHS-Betroffene nicht die alleinige Schuld oder besser Verantwortung tragen, wenn eine Beziehung schwierig ist oder scheitert.
  • Einen Anteil an Konflikten haben meist beide Partner.
  • Es geht nicht darum ADHS-Betroffene an den Pranger zu stellen, denn jeder Mensch hat seine Schattenseiten.

Menschen mit ADHS haben andere Licht- und Schattenseiten, die bei einer Partnerschaft eine Rolle spielen. In diesem Kapitel sollen aber gerade die Probleme ausführlich erörtert werden, die sich aus der ADHS-Symptomatik heraus ergeben können. Es ist hilfreich sie zu kennen und oft notwendig, an ihnen zu arbeiten.

Die positive Nachricht zuerst: ADHS-ler können umwerfend charmant und witzig sein und mit ihren quirligen Ideen eine wahre Faszination auslösen. Sie können urkomisch und sehr mitreißend sein, ungeheurer begeisterungsfähig und voller Humor und Lebensfreude. Niemand kann verrücktere Ideen haben und spontaner handeln als Menschen mit ADHS.

Mit ihrer Hypersensitivität können sie in der Lage sein, feinste Schwingungen und Gefühle wahrzunehmen und mit ihrem Gerechtigkeitssinn können sie einen beeindruckenden Einsatz bringen. Mit ihrer unbändigen Energie können sie Bäume ausreißen. Immer neue Ideen und Projekte machen das Leben mit ihnen spannend, langweilig wird es einem als ADHS-Betroffenen-Partner wahrscheinlich niemals.

Für Überraschungen ist auch immer gesorgt, denn das wirklich Berechenbare bei ADHS-lern ist ihre Unberechenbarkeit. Immer kann aus jedem Moment etwas Neues entstehen oder aber können unvorhergesehene Situationen eintreten. Der schnelle Wechsel von Stimmungen und Ideen kann Faszination auslösen, manchmal aber auch Erschöpfung und Unverständnis.

Wir werden uns mehr mit den Schattenseiten beschäftigen, denn für die bunten, lebendigen und aufregenden Seiten der ADHS-ler braucht es keine Gebrauchsanweisung und Problemlösungen. Typische ADHS-Symptome führen zu typischen ADHS-Problemen: Je stärker die ADHS ausgeprägt ist desto häufiger beobachten wir zwischenmenschlichen Konflikte, soziale Defizite und sogar dissoziale Verhaltensweisen.

Im gleichen Maße verringern sich aber leider auch Stressbewältigungs-, die Kommunikations- und die Problemlösungsfähigkeit. Daher verwundert es nicht, dass in Studien immer wieder gezeigt wurde, dass Partnerschaften mit ADHS-Betroffenen häufiger schwierig sind und/oder scheitern. Petermann, Schütte 2006 ADHS -Betroffene sind sehr dünnhäutig und verletzbar.

Sie haben eine hohe emotionale Empfindlichkeit und eine scharf gestellte Alarmanlage, mit der sie Ablehnung, Missachtung, Kränkung und Zurücksetzung wittern, oft auch, wenn diese gar nicht vorhanden ist (ich höre was, was du nicht sagst). Sie reagieren auf alles, was sie erleben mit ihren Gefühlen stärker: „Ganz viel Freude, ganz schnell Kränkung, ganz schnell Wut und Ärger”.

  1. Ihre Impulsivität ist Folge ihrer gefühlsmäßigen Überreaktion.
  2. Auf kleine Kränkungen, die oft auch gar nicht als Kränkung gemeint waren, können sie mit heftigem Angriff oder aber mit Rückzug reagieren.
  3. Diese heftigen emotionalen Überreaktionen sind für Mitmenschen oft wenig verständlich.
  4. Wenn sich ADHS-Betroffene aus geringsten Anlässen angegriffen fühlen, also „aus einer Mücke ein Elefant” entsteht, folgen gerne Endlos-Diskussionen, die, vor allem, wenn sie immer wiederkehren, für Angehörige sehr zermürbend sein können.

Oft ist gar nicht verständlich, warum schon wieder die Stimmung gekippt ist, warum aus einem gemütlichen Abend ein heftiger Streit entbrennt. Das kann bei Angehörigen zu Dauer-Stress führen, denn sie wissen nie, was als nächstes passiert. ADHS-Betroffene sind oft Mimosen mit einer Holzkeule.

  1. Selbst sind sie überempfindlich und schnell gekränkt.
  2. In ihrer Überreaktion sind sie dann oft selbst sehr verletzend.
  3. Sie können sich fürchterlich aufregen, im Eifer des Gefechtes heftig austeilen, sich schwarz ärgern oder ausrasten.
  4. Wenig später können sie dann alles wieder vergessen haben.
  5. Ommt der Partner darauf zurück verstehen sie gar nicht warum dieser so nachtragen ist Leider neigen viele ADHS-Betroffene zu einem Schwarz-Weiß-Sehen,

Es gibt nur „entweder – oder”, „himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt” – „totale Begeisterung oder lähmendes Desinteresse “,ADHS-ler kennen oft nur die Extreme: total gut oder megablöd. Sie können ganz schnell von einem Extrem ins andere fallen. Sie sind total begeistert, kurz darauf verlieren die Lust, wenn eine Tätigkeit schwierig wird oder ihre Erwartungen nicht sofort erfüllt werden.

  • Dazwischen gibt es nichts, denn die Mitte ist zu langweilig und Langeweile halten sie nicht aus.
  • Schwarz-Weiß spiegelt aber nicht die Komplexität des Lebens mit all seinen Facetten wider.
  • So lassen sich aber weder die eigene Person noch die jeweilige Situation vollständig erfassen.
  • Diese Schwarz-Weiß-Sicht, diese permanente Fallen in die Extreme ist für Mitmenschen nur schwer zu verstehen.

Sie können nicht nachvollziehen, warum Betroffene immer die Extreme suchen, warum sie überhaupt die Welt in solchen Gegensätzen erleben und immer wieder so gegensätzlich handeln. Entweder sie mögen einen Menschen und sie sind von ihm begeistert, oder aber er fällt bei ihnen in die Grube.

  • Sie werfen sich fanatisch in eine Sportart und, wenn sie nicht erfolgreich sind oder eine Ungerechtigkeit erleben müssen, wollen sie von der Sportart nichts mehr wissen.
  • Sie können einfach alles übertreiben und ins Extreme überziehen.
  • Betroffene nehmen mit dieser Polarisierung nur einen sehr eingeschränkten Teil der Welt wahr, denn es gibt so viele Farben außer schwarz oder weiß.

Für ihre Mitmenschen sind diese Extreme oft unverständlich, anstrengend, belastend, sie können auch Angst machen. Partner von Betroffenen sind gestresst, weil sie die Situationen oft nicht einschätzen können und weil sie immer wieder mit emotionalen Ausrastern ihrer Partner und ihren impulsiven Handlungen rechnen müssen.

So mancher Partner reagiert auch irgendwann mit Scham und dem Gefühl der Peinlichkeit darauf, dass sein ADHS-Partner die Kontrolle verliert, herumschreit, andere beleidigt oder wieder eingeschnappt davonläuft. ADHS-Betroffene handeln oft, ohne die Konsequenzen ihres Handelns zu bedenken. Wie gerade beschrieben, reagieren ADHS-Betroffene auf Grund ihrer hohen Empfindlichkeit häufig unangemessen heftig.

Sie denken nicht über ihre Verhaltensweisen nach, nehmen ihre Emotionen nicht bewusst genug wahr und handeln daher unüberlegt, ohne Plan, nach dem Motto: „erst gemacht, dann gedacht”. Sie schleudern ihre Gefühle in die Welt, weil ihnen gerade danach ist und sie bedenken nicht, wie sehr sie andere damit verschrecken und verletzen können.

Es ist ein wichtiger Baustein in der ADHS-Therapie, dass Betroffene lernen Zeit zu gewinnen und nicht aus dem Bauch heraus viel zu emotional handeln, ohne über ihr Verhalten vorher nachzudenken. Sie müssen Achtsamkeit lernen, Bewusstheit und die Fähigkeit, ihr Verhalten selbst zu reflektieren. Betroffene müssen Zeit gewinnen um Situationen zu analysieren.

Nur dann können sie situationsadäquat reagieren, ohne andere unnötig zu kränken. Das Leben von ADHS-Betroffenen ist oft geprägt von heftigen Stimmungsschwankungen, Ihre Gestimmtheiten verändern sich ständig. Sie selbst halten das für völlig normal, weil sie es nie anders erlebt haben.

Angehörige fühlen sich jedoch oft sehr belastet von der Heftigkeit der Gefühle ihrer Partner. Das Gefühlsleben der Betroffenen erleben sie wie das Fahren in einer Achterbahn. ADHS-ler können zu Rumpelstilzchen oder Hitzeblitzen werden, wenn sie sich aufregen und an etwas festbeißen. Wichtig für Angehörige ist es zu wissen, dass ADHS-ler in Rage um sich schlagen, weil sie sich in dem Moment von allem angegriffen fühlen.

Der Rat an Angehörige: Nehmen sie eine Auszeit und diskutieren sie nicht, denn ADHS-ler sind in dieser Situation keinem Argument zugänglich. Betroffene selbst müssen auch lernen, sich in solchen Situationen aus dem Verkehr zu ziehen: „Auszeit statt Ausrasten”.

  • Erst mal frische Luft schnappen und aus der Situation heraus gehen, um Zeit zu gewinnen und herunter zu kommen.
  • ADHS-ler müssen lernen, rechtzeitig zu gehen und dies auch dem Partner zu kommunizieren.
  • Wichtig ist es dann, später mit klarem Kopf noch einmal die schwierige Situation zu besprechen.
  • ADHS-Betroffene haben häufig zwei Gesichter,

Gerade weil sie ein erstaunliches Einfühlungsvermögen entwickeln können, unglaublich lieb und unterstützend sein können ist es für Mitmenschen so schwer zu verstehen, dass aus heiterem Himmel die Stimmung so schnell entgleisen kann und der einfühlsame ADHS-ler in Sekunden zu einem wutentbrannten Rumpelstilzchen mutiert, das keiner mehr bremsen kann.

Und kurz darauf ist alles wieder vergessen. Dieses Verhalten schafft bei Angehörigen immer wieder Kopfschütteln, Anspannung, Unmut und Ärger. Angehörige lieben die sensible Seite des ADHS-Betroffenen, der so originell und kreativ sein kann. Gleichzeitig sind diese wandelnden Bomben mit der kurzen Zündschnur, diese Hitzeblitze, die so unvorhersehbar ausrasten und so verletzend sein können, schwer zu ertragen.

ADHS-Betroffene können manchmal auch unglaublich stur, trotzig und verbohrt sein. Wenn man ihnen zu nah kommt und die Fluchtdistanz unterschreitet, können sie auch bei Fremden sehr unangenehm und aufbrausend werden. Sind Sie schlecht gelaunt und angespannt und treffen auf einen Anderen, der genauso schlecht gelaunt ist, dann kann es zu heftigen, manchmal auch gewalttätigen Entgleisungen kommen.

Die Aggression eines Anderen – vielleicht auch eines Betroffenen – kann sich mit der des ADHS-lers gefährlich aufschaukeln. Immer wieder unfassbar für Angehörige ist, dass der ADHS-Betroffene ganz schnell seine heftigen Gefühlsausbrüche wieder vergessen hat. Manche Partner können sich nicht vorstellen, dass nach heftigen emotionalen Ausbrüchen die Welt einfach wieder in Ordnung ist.

Sie suchen nach den Ursachen dieser heftigen Gefühlsausbrüche und beginnen manchmal, an sich selbst zu zweifeln und bei sich selbst die Schuld und Ursache zu suchen. ADHS-Betroffene schwanken oft zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifel. Aus dem Moment heraus glauben sie, nichts sei für sie unmöglich.

  • Nicht zuletzt aufgrund ihrer negativen Erfahrungen verfallen sie dann wieder in große Zweifel.
  • Dann können sie auch in tiefes Selbstmitleid verfallen, oder aber alle Schuld bei den anderen sehen, auch zum Beispiel beim Partner.
  • Darunter kann eine Beziehung nur schwer gedeihen.
  • Ordnung ist nicht die Sache der meisten Betroffenen.

Das resultierende Chaos ist oft für andere, auch für einen liebenden Partner schwer erträglich. ADHS -ler sind weiterhin sehr vergesslich. Diese Vergesslichkeit ist ein echtes Hindernis im Beruf und in der Beziehung. Es ist für Angehörige kränkend, wenn ein Termin mit ihnen vergessen wird oder aber versprochene Erledigungen nicht ausgeführt werden.

Auch wenn es der ADHS-Betroffene nicht so meint, andere fühlen sich nicht wertgeschätzt und wichtig genommen, wenn sie sich immer wieder nicht darauf verlassen können, dass Versprochenes eingehalten wird und Verabredungen klappen. Manche Partner geraten dann in eine Art Elternrolle, versuchen die Unzuverlässigkeit auszugleichen.

Sie fangen an, den ADHS-ler zu kontrollieren und ihn immer wieder abzufragen, ob er an alles gedacht hat. Das bedeutet aber auch, dass ADHS-ler in eine Art Kinderrolle rutschen. Sie erleben den Partner als bevormundenden Elternteil und ziehen sich selbst, wie ein Kind, aus der Verantwortung.

  1. Damit gerät eine Partnerschaft in Schieflage.
  2. Statt auf Augenhöhe zu sein, wird sie immer schräger.
  3. Der ADHS-ler kann dabei immer bequemer und kindlicher werden und dem Partner die unangenehmen AUugaben des Lebens überlassen.
  4. Die „Elternrolle” wird dem Partner meist nicht gedankt, sondern führt im Gegenteil immer häufiger zu Auseinandersetzungen.

Die Vergesslichkeit spielt auch in anderen Lebenssituationen eine große Rolle. So fällt es ADHS-Betroffenen unglaublich schwer sich an etwas Vergangenes zu erinnern. „Aus dem Auge aus dem Sinn”. Eine Auseinandersetzung gestern kann oft auch gar nicht mehr präzise wiedergegeben werden.

Vorbei ist vorbei. Leider ist da der ADHS-Betroffene auch häufig etwas einseitig, denn für selbst erlittene Kränkungen kann er ein Elefantengedächtnis haben. ADHS-Betroffene haben oft ein anderes Zeitgefühl, Schon gestern ist für sie lange her und letzte Woche muss eine Ewigkeit her sein, so weit weg erleben sie es.

Sie leben ganz im hier und jetzt. Es fällt ihnen ungeheuer schwer, Zeit einzuschätzen. Sie fühlen nicht, wie lange eine halbe Stunde oder eine Stunde ist. Die Zeitachsen im Leben werden ganz verzerrt wahrgenommen. Auch deswegen verzetteln sie sich so oft, kommen zu spät oder werden nicht fertig.

  • Es scheint etwas Typisches für ADHS-Betroffene zu sein, dass sie nicht gut auf Vergangenes zugreifen können.
  • Dies erklärt, warum sie so wenig aus Erfahrungen lernen.
  • Sie können diese sie buchstäblich nicht auswerten, diese Erfahrung steht nicht zur Verfügung.
  • Man kann es auch „ erfahrungsblind ” nennen.

Es ist Mitmenschen häufig ein Rätsel, wie es denn passieren kann, dass intelligente Menschen immer wieder die gleichen Fehler machen. Der Satz „aus Erfahrung wird man klug” stimmt bei ADHS-Betroffene häufig nicht, denn trotz guter Intelligenz werden sie manchmal – trotz vieler negativen Erfahrungen – nicht klüger.

  • Unpünktlichkeit ist in ADHS-Partnerschaften oft ein Ärgernis.
  • ADHS-ler haben wegen ihrer „Zeitblindheit” oft Schwierigkeiten, Termine einzuhalten und pünktlich zu sein.
  • Selbst hassen es, zu warten, aber sie muten es oft anderen zu.
  • Sie nehmen sich vor pünktlich zu sein, aber dann fangen sie vorher noch schnell eine Tätigkeit an, die sie dann nicht fertig bekommen – schon ist die Zeit wieder aus dem Blick.

So kann sich viel Unmut und Unverständnis aufstauen. Andere, besonders aber Beziehungspartner fühlen sich durch Unpünktlichkeit abgewertet. Es gibt nur wenig Verständnis dafür, dass ADHS-ler immer die Zeit verlieren. Schwierige Verhaltensweisen in Beziehungen In allen Beziehungen entstehen Konflikte und es ist die Herausforderung an jede Beziehung, diese Konflikte sozialverträglich zu lösen.

  1. Gerade aber ADHS-Betroffenen fällt es schwer eine Problemlösekompetenz zu entwickeln.
  2. Ihre ungestüme Art, ihre heftigen Reaktionen auf kleinste Kränkungen, ihre Stimmungsschwankungen, all das verhindert eine guten Streitkultur.
  3. Hinzu kommt die typische Ungeduld der Betroffenen.
  4. Sie wollen alles jetzt sofort und gleich und sie können äußerst verstimmt sein, wenn ihre Wünsche nicht erfüllt werden oder es anders läuft, als sie das sich vorgestellt haben.

Frustration, Enttäuschungen, Verzicht und Ungerechtigkeiten sind alltäglich, jeder von uns muss lernen, damit umzugehen. ADHS-ler können das oft besonders schwer akzeptieren. Wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen, reagieren sie mit Ärger, schlechter Laune, Wut.

ADHS-ler sind oft sehr empfindlich auf Kritik, Selbst ein wohlmeinendes Feed-Back können sie als Angriff missverstehen und völlig überzogen darauf reagieren. Konstruktiven Kritik, die sich auf ein bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation bezieht, erkennen sie oft nicht. Kritik wird generalisiert.

Sie bedeutet völlige Ablehnung. Ihre scharf gestellte Alarmanlage signalisiert bei Kritik „höchste Gefahr”. Einem solchen Angriff begegnen sie entweder mit Kampf oder mit Flucht. Diese Verhaltensweisen sind alte Verhaltensmuster aus dem Reptilienhirn, wo es ständig um Leben und Tod ging und wo Flucht oder Angriff überlebenswichtig war.

  • In unserem Kulturmodus sind solche Verhaltensweisen eher befremdlich.
  • Wohlmeinende Kritik ist auch in jeder Partnerschaft wichtig.
  • Wenn sich ein Partner dem verweigert kann eine Konfliktlösung nicht erfolgen.
  • Der gleiche Konflikt tritt dann immer wieder auf und entzweit die Beziehung immer weiter.
  • ADHS-Betroffene können sehr ich-bezogen sein.

ADHS-Betroffene meinen es nicht böse, sie wollen andere nicht übervorteilen, aber es entgeht ihnen allzu oft, dass Mitmenschen auch ein empfindliches Gemüt haben und auch auf ihre Bedürfnisse Rücksicht erwarten. Gerechtigkeit in Beziehungen ist nicht ihre Stärke, weil sie häufig eine andere Art der Wahrnehmung haben.

Sie erleben sich als Mittelpunkt der Welt und sie neigen dazu ihre eigene Leistung zu überschätzen und andererseits, die ihnen zugefügten Kränkungen über zu bewerten, während sie mit dem Austeilen von Kränkungen oft überhaupt nicht zimperlich sind. Wenn ADHS-Betroffene sich auf etwas hyperfokussiert haben oder im Kampfmodus sind, kann es sein, dass sie die Worte ihrer Mitmenschen auf die Goldwaage legen, sie alles als Angriff und Vernichtung interpretieren, während sie ihre eigene Aggression überhaupt nicht wahrnehmen.

Ihre Grundtendenz sich im Recht zu fühlen, schafft häufiger zermürbende Diskussionen. So mancher ADHS-Betroffene wähnt alle anderen als Geisterfahrer, statt nachzuschauen, ob er selbst auf der richtigen Spur ist. ADHS-Betroffene haben häufig ein Reifungsdefizit,

  1. Sie können nicht nur ganz schnell ihre Stimmung wechseln, sondern auch ihr Alter.
  2. Es gelingt ihnen nur schwer, Bedürfnisse aufzuschieben, sie wollen alles jetzt, sofort und immer.
  3. Sie gleichen manchmal 3-jährigen Rumpelstilzchen, die sich auf den Boden werfen und um sich treten, wenn sie ihren Willen nicht bekommen.

Sie wollen mit dem Kopf durch die Wand und können schlecht Kompromisse machen. Bedürfnisaufschub oder das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse gelingt oft nicht. ADHS-Betroffene haben außerdem noch einen ausgeprägten Trotzreflex und sie lassen sich nur ungern etwas sagen.Schon die Eltern machen bei ihren Kindern die Erfahrung, dass es nicht möglich ist sie wirklich zufrieden zu stellen.

  1. Diese Maßlosigkeit disponiert zur Suchtentwicklung.
  2. Sie birgt ein großes Potential für Unzufriedenheit und Frustration.
  3. Es ist einfach nie genug.
  4. Betroffene haben auch die Tendenz, den Vorteil und das Wohlbefinden bei anderen zu wähnen.
  5. Sie sind einerseits ständig auf der Suche nach dem völligen Glück, andererseits vernichten sie ihr Glück immer wieder, indem sie sich vergleichen und sie sich wieder zu kurz gekommen glauben.

Auch das ADHS-Kind fühlt sich ständig vernachlässigt und übervorteilt, dabei hat es in den meisten Fällen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit seiner Familie und es sind eher die Geschwister, die dabei das Nachsehen haben. ADHS und Arbeitsverhalten ADHS-Betroffene haben Schwierigkeiten, zu entscheiden, was wichtig und was unwichtig ist.

Sie können z.B. oft nicht einmal entscheiden, dass etwas weggeworfen werden muss, weil es unwichtig ist. Also heben sie es auf und mit der Zeit wachsen die Stapel unsortierter, unwichtiger Unterlagen. Das ist die Entscheidungs- und Priorisierungsschwäche, Alles erscheint ihnen gleich wichtig. Das wird oft zum Problem, weil die Priorisierung, das Erkennen von dem Wesentlichen, eine wichtige Voraussetzung ist um Entscheidungen überhaupt treffen zu können.

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Ich muss wissen, was wichtig ist, um entscheiden zu können mit welcher Aufgabe ich beginne. Oft verzetteln sich ADHS-ler in Kleinigkeiten oder bleiben an Nebensächlichkeiten hängen, während sie Wesentliches aus den Augen verlieren. Diese Schwierigkeiten, genauso wie die schon beschriebene Aufschieberitis ( Prokrastination ) führen oft dazu, dass Betroffene, weil sie keine Entscheidungen treffen können, einfach gar nichts machen.

  1. Auch hier sehen wir immer wieder die Extreme.
  2. Entweder der Betroffene kann sich gar nicht entscheiden oder er entscheidet sich vorschnell, unüberlegt, ohne Abwägung der Konsequenzen.
  3. Das Ergebnis: „erst gemacht, dann gedacht.” Die Handlungsplanung ist schlecht und führt dann oft auch zu unberfiredigenen Ergebnissen.

ADHS-ler können auch schnell ihre Meinung wechseln, je nach Stimmung, neuer Anregung oder einer neu entflammter Begeisterung. Auch wenn sie von irgendetwas ganz überzeugt sind, können sie diese Begeisterung schnell über Bord werfen zu Gunsten einer anderen Faszination.

  • Es kann auch sein, dass sie schnell ihre Entscheidungen ändern, ohne ihre Mitmenschen davon in Kenntnis zu setzen.
  • Sie verteidigen dann mit Vehemenz die neue Entscheidung und stören sich nicht daran, dass sie vielleicht gestern oder von vor einer Stunde eine ganz andere Meinung vertreten haben.
  • Dass sich der ADHS-Betroffene nur ungern entscheidet, liegt wohl auch daran, dass er schwer Prioritäten setzen kann und sich oft auch gar nicht entscheiden will.

Eigentlich will er alles. Die Entscheidung für etwas ist aber gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen etwas anderes. Entscheidungen schiebt er endlos heraus, um sich dann doch wieder spontan und unreflektiert zu etwas zu entscheiden. Viele Entscheidungsprozesse sind daher nicht besonders glücklich.

  1. Während der hyperaktive ADHS-ler ständig Action braucht und nicht still sitzen kann, ist der hypoaktive ADHS-ler eher langsam und löst damit bei seinen Mitmenschen Ungeduld aus.
  2. ADHS-Betroffene haben oft ein unterschiedliches Arbeits- und Freizeittempo,
  3. Für den hyperaktiven ADHS-Betroffenen ist Langeweile geradezu unerträglich.

Selbst im Urlaub kann er sich kaum entspannen oder mal in Ruhe im Liegestuhl liegen. Das stresst Angehörige erheblich, die nicht ständig Unterhaltung, Abwechslung oder sogar Risiko brauchen. Das ständige getrieben-sein und der Wunsch nach ununterbrochener Unterhaltung kann für Partner ein ernstes Probleme werden, wenn sie sich nicht ausreichend abgrenzen, und nicht auf ihre eigenen Erholungsphasen bestehen.

  1. Die Langsamkeit der hypoaktiven ADHS-ler ist auch ein Problem.
  2. Hypoaktive ADHS-ler haben ein anderes Zeitkonto.
  3. Sie berechnen in ihrem Zeiterleben, wie lange sie für eine Arbeit gebraucht haben.
  4. Angehörige rechnen, wie lange sie für die gleiche Arbeit brauchen würden.
  5. Wenn der Partner für Staubsaugen eine halbe Stunde braucht und der ADS-ler für die gleiche Arbeit zwei Stunden, dann wird der Partner nur eine halbe Stunde als Arbeitszeit gelten lassen.

Das kann wiederum den ADS-ler erzürnen, weil er darauf besteht, dass er zwei Stunden für den Haushalt investiert hat. Auch dies kann Quelle vieler Partnerschaftkonflkte sein. Der Partner bekommt dann das Gefühl, dass er alles selbst erledigen muss, dass alles für ihn liegen bleibt, während der hypoaktive ADHS-ler sich in Details verliert und auf seiner Langsamkeit beharrt.

  • Oft nimmt dieser auch gar nicht wahr, wie langsam und ineffizient er arbeitet.
  • Er fühlt sich dann nicht genügend wertgeschätzt für all die Mühe, Anstrengung und die viele Zeit, die er für die Erledigung seiner Arbeit gebraucht hat.
  • Endlos- und Grundsatzdiskussionen, die der ADHS-Betroffene nur allzu gerne führt, sind oft zermürbend, und noch dazu will er immer das letzte Wort haben.

Diskussionen werden nicht besser, wenn sie kein Ende finden und noch dazu neigt der ADHS-Betroffene dazu in Endlosschleifen die gleichen Argumente zu wiederholen. Der ADHS-Betroffene profitiert auch von der Erkenntnis, dass er seine Mitmenschen nicht durch Endlosdiskussionen in die Knie zwingen kann.

Auch emotionale Heftigkeit und Entgleisungen machen Argumente nicht besser und die Dauer eine Diskussion ist auch kein Kriterium für deren Qualität. Der Charme der ADHS-Betroffenen trägt auch nicht ein Leben lang und irgendwann sind alle Funken versprüht und ADHS-Betroffenen können gnadenlos ihre Defizite vorgehalten werden: Dass sie sich vor den Unannehmlichkeiten des Lebens drücken, nur die Dinge tun, die ihnen Spaß machen, dass sie Meister in Ausreden und Schuldzuweisungen sind.

Für ADHS-Betroffene ist es hilfreich zu lernen, dass kurze Statements, die prägnant und auf die Sache gerichtet meist viel wirkungsvoller sind, als ein nicht enden wollender Wortschwall. Es ist so schwer für ADHS-Betroffene, sich kurz und knapp auszudrücken, das Wesentliche im Auge zu haben und sich auch in Diskussionen nicht zu verzetteln und von einem Thema zum anderen zu springen.

Bei ADHS treten häufig von Kindheit an Schlafstörungen auf. Das können Ein- und Durchschlafstörungen sein oder ein sehr leichter Schlaf, aus dem Betroffene bei kleinsten Geräuschen heftig aufschrecken können. Oft zeigt sich auch ein verschobener Tag-Nachtrhythmus. Viele ADHS-Betroffene sind morgens einfach zu gar nichts zu gebrauchen.

Sie neigen dazu, immer später aufzustehen und immer später nachts ins Bett zu gehen. In Beziehungen ist da oft nur wenig Platz für gemeinsame Zeit. Für Betroffene selbst ist das verschobene Schlaf-Wachverhalten ebenfalls problematisch, weil sie sich immer mehr aus dem normalen Leben verabschieden.

Manchmal sehen sie im Winter nicht einmal mehr Tageslicht, weil sich ihre Wachzeiten völlig in die Dunkelheit verschoben haben. Vielen ADHS-ler sind verschuldet. Das hat mehrere Gründe. Sie können nicht mit Geld umgehen, So können sie nicht warten, sondern sie neigen dazu, sich ihre Wünsche sofort zu erfüllen, ohne zu schauen, ob sie sich das gerade leisten können.

Manche ADHS-ler entwickeln auch eine Kaufsucht, in der sie ihre finanziellen Ressourcen völlig aus dem Blick verlieren. Selbstredend entstehen daraus auch gravierende Beziehungsprobleme. Oft bezahlen sie ihre Rechnungen nicht, Inkassobüros freuen sich, ihre saftigen Mahngebühren zu erheben.

Häufig fehlt ihnen der Überblick über ihre Finanzen. Sie haben keine Ahnung von all ihren finanziellen Verpflichtungen, von all ihren Versicherungen und unbedachten Abo-Aufträgen. Wenn dann die Waschmaschine auch noch kaputt geht, dann kann es schnell eng werden. Besonders wenn man eine Familie gründet ist der verantwortungsvolle Umgang mit Geld sehr wichtig Viele ADHS-ler suchen die Gefahr und das Risiko,

Sie sind geradezu euphorisiert, wenn sie bei einer Extremsportart wieder etwas Todesgefahr geschnuppert haben. Gefährlichen Sportarten, die mit Nervenkitzel und Risiken verbunden sind, üben auf ADHS-ler einen großen Reiz aus. Für Angehörige ist dieses Verhalten purer Stress Sie sind häufig berechtigt in großer in Angst und Sorge.

  • Das gilt im Übrigen auch für das Verhalten im Strassenverkehr.
  • ADHS-Betroffene haben ein sehr viel höheres Risiko zu verunfallen und sie verunfallen meist schwerer.
  • Auch dies hat mit der Risikobereitschaft zu tun.
  • Viele der schweren Frontalzusammenstöße auf Landstraßen sind von ADHS-lern verursacht, die wieder ein riskantes Überholmanöver gewagt haben, weil sie es nicht aushalten konnten, hinter einem Langsamfahrer fahren zu müssen.

Gerade auch das Verhalten im Straßenverkehr kann zur Quelle ständiger Beziehungskonflikte werden. ADHS entwicklen deutlich häufiger Suchterkrankungen, Das ist natürlich eine Quelle für andauernden Konflikt in Beziehungen. Hierüber gibt es ein gesondertes Kapitel.

  1. Auch hier ziehen sich wieder die Gegensätze.
  2. Sexualität bei Betroffenen kann einerseits zur Sucht werden und hypersexuell gelebt werden, andererseits kann es insbesondere für Frauen schwer sein die Konzentration bei Sex eine längere Zeit aufrecht zu erhalten.
  3. Sie leiden auch selbst darunter, dass während dem Sex Gedanken abschweifen und sie nicht so richtig bei der Sache sind.

Sexualität kann extrem gelebt werden. Die Maßlosigkeit und das „nie genug” kann dazu führen, dass ADHS-Betroffene sich leichtfertig in sexuelle Abenteuer stürzen und auch gefährliche Sexualpraktiken anwenden, ohne sich ausreichend zu schützen. Sie bedenken nicht die Konsequenzen ihrer Handlungen.

  • Es kann sein, dass sie Sexualität hyperfokussieren, viele sexuelle bindungslose Kontakte suchen und ausgefallene Sexualpraktiken bevorzugen.
  • Gerade in der Sexualität kann man den Kick, das Abenteuer, das Risiko suchen.
  • Manche ADHS-ler suchen nach dem ultimativen Glück und Rausch in der Sexualität.
  • Manche geben Unsummen für Prostituierte oder Pornofilme aus oder surfen tagelang ohne Unterbrechung im Internet, indem sie sich immer wieder von neuem die vermeintlich geilsten Pornos hineinziehen.

Auch das kann in die Verschuldungsfalle führen. Natürlich ist dieses Verhalten nicht besonders beziehungskompatibel und es bedarf keiner großen Fantasie zu erfassen, dass durch diese Haltung Beziehungen sehr belastet und instabil werden. Untreue war schon immer ein Sprengstoff in Beziehungen.

So können manche ADHS-ler ihre Partner durchaus sehr lieben, aber sie langweilen sich so schnell in einer sicheren und stabilen Beziehung. Darum wird der Kick in Seitensprüngen gesucht. Daraus kann sich eine Sexsucht entwicklen. Betroffene können zwar auch sehr darunter leiden, noch viel mehr aber leiden die Partner.

Es ist der Reiz des Wagens, des Eroberns. Es geht oft gar nicht um das Knüpfen einer neuen Beziehung, sondern um den Kick, das Ausreizen von Grenzen. In der Jugend führt dieses Verhaltens zu häufigeren Teenieschwangerschaften, aber auch zu häufigeren Geschlechtskrankheiten.

  • Es kann aber auch genau das Gegenteil eintreten.
  • So kann der ADHS-ler auch völlig das Interesse an Sex verlieren.
  • In der nächsten Beziehung kann dann aber auch wieder Sexualität ganz im Mittelpunkt stehen.
  • Besonders Frauen berichten von der Schwierigkeit, sich auf Sex konzentrieren zu können.
  • Sie haben 1000 Gedanken im Kopf und sie machen Sex nebenbei während sie sich gleichzeitig mit Kochrezepten, Einkäufen etc.

beschäftigen. So können sie den Fokus nicht auf ihr Erleben in der Sexualität halten. Das reicht aber nicht aus um eine wirkliche Befriedigung zu erlangen. Sie sind durch Geräusche und Gedanken dauernd abgelenkt, was ihr Lust-Erleben sehr einschränkt. Sie können Sexualität nicht in der ganzen Fülle und Intensität erleben.

  • Hinzu kommt, dass vor allem jüngere Frauen sich oft selbst nicht gut kennen und nur wenig Ahnung von ihrem eigenen Körper haben und davon, was ihnen selbst Spaß macht.
  • Sie haben oft nur wenig Körperbewusstsein und so erleben sie Sexualität als eine Art Pflichtveranstaltung, der sie zerstreut und gelangweilt beiwohnen, ohne wirkliche Begeisterung dabei zu spüren.

Sie entwickeln dann zu wenig Antrieb und Libido. Ihr eigenes Chaos schiebt sich immer wieder vor ihre Lust. Schlusswort: Für ADHS-ler ist es hilfreich sich immer wieder daran zu erinnern, dass nur 5 % der Menschheit ADHS hat. Die überwiegende Mehrheit der Menschheit ist anders getaktet.

  • Diese Mehrheit braucht immer wieder mal eine Gebrauchsanweisung.
  • Man muss sie daran erinnern, welche besonderen Schwierigkeiten ADHS-Betroffene haben.
  • Dabei darf jedoch ADHS nicht als Ausrede benutzt werden, ADHS muss erklärt werden.
  • Andere wollen aber auch nicht dauernd auf ADHS-ler Rücksicht nehmen.
  • Angehörige haben keine Lust, ständig Entschuldigungen zu akzeptieren, sie wollen auch das ernsthafte Bemühen des Betroffenen spüren, dass er hart an sich arbeitet um sozialverträglicher zu werden.

ADHS-Betroffene sollten sich auch immer mal wieder klar machen, dass viele kleine Kränkungen und viel kleine Ärgernisse sich auf Dauer zu einem „Riesen-Ärger-Kloß” verdichten können, der Liebe vernichten und Beziehungen kosten kann. Der ADHS-ler darf von seinem Partner erwarten, dass dieser sich mit ADHS auseinandersetzt, um ihn in seiner Besonderheit zu verstehen.

  • Der Partner darf erwarten, dass der ADHS-ler seine Probleme erkennt und er die Verantwortung übernimmt, wo immer er durch sein Verhalten den Partner verletzt oder belastet.
  • Hilfreich ist es z.B wenn man Gesten oder lustige Formulierungen findet, mit dem Angehörige dem ADHS-ler signalisieren können, dass sein Verhalten für ihn problematisch ist.

Formulierungen wie Chaotikus, Chaosprinzessin, Rumpelstilzchen können in einer ruhigen und friedlichen Situation vereinbart werden. Der ADHS-ler sollte sich mit den Formulierungen einverstanden erklären und darf dann auch nicht beleidigt sein, wenn er so auf Verhaltensweisen hingewiesen wird.

  • Wichtig ist es, nicht immer das Gleiche zu diskutieren, sondern einfach durch eine Rückmeldung signalisiert zu bekommen, dass das Verhalten wieder da ist.
  • Der ADHS-ler kann damit lernen, problematisches Verhalten zu erkennen und es auch zu ändern.
  • Humor hilft immer Beiden, entspannter und gelassener mit den Problemen umzugehen, die ADHS mit sich bringt-.

: ADHS und Partnerschaft

Was sollte man bei ADHS vermeiden?

Ernährungsumstellung bei ADHS in zwei Phasen – Weil individuell verschieden ist, welche Stoffe die Symptomatik verschlimmern, teilt sich die Ernährungsumstellung bei ADHS in zwei Phasen:

  1. Über einen Zeitraum von vier Wochen (Auslassphase) werden sämtliche potenziell problematischen Lebensmittel komplett ausgelassen: Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, Ei, Fisch, Soja, Nüsse, glutenhaltiges Getreide sowie jegliche Art von Zusatzstoffen. Das bedeutet etwa Farb- oder Süßstoffe, wie sie oft in verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichten und Fast Food enthalten sind. Erlaubt sind nur Lebensmittel mit geringem allergenen Potenzial: also die meisten Gemüse- und Obstsorten, glutenfreies Getreide und Kartoffeln, Milchersatzprodukte und helles Fleisch – so natürlich wie möglich.
  2. Anschließend werden Eier, Fisch etc. einzeln – mit zwei Wochen Abstand – wieder in den Speiseplan aufgenommen und genau beobachtet, wie der Körper reagiert. Dabei führt man Ernährungstagebuch,

Wie lange kann man mit ADHS leben?

Im Durchschnitt sind es neun bis 13 Jahre weniger. Bei mindestens einem Drittel kann sogar von einer Reduktion der Lebenserwartung von 20 Jahren ausgegangen werden.

Ist ADHS eine psychische Erkrankung?

Eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ( ADHS ) beginnt im Kindes- und Jugendalter und bleibt oft im Erwachsenenalter bestehen. Hinter ADHS verbirgt sich eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen.

Was beruhigt bei ADHS?

Zur Behandlung von ADHS werden vor allem Präparate mit dem Wirkstoff Methylphenidat (zum Beispiel in Medikinet adult oder Ritalin adult) eingesetzt. Diese Medikamente wirken, indem sie unter anderem die Konzentration der Nervenbotenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn erhöhen.

Kann ADHS durch Trauma ausgelöst werden?

ADHS — ein Risikofaktor für Bindungsstörungen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) — Bindungsstörung — posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Diese Trias hängt zusammen, die einzelnen Störungen sind jedoch strikt voneinander zu trennen. Woher Kommt Adhs Kinder mit ADHS haben meist gestörte Sozialkontakte. © mizina / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell) Eine Sonderstellung fällt der ADHS zu, die anders als Bindungsstörungen und PTBS nicht durch ein Trauma ausgelöst wird, sondern eine neurobiologische Erkrankung darstellt.

„ADHS ist ein Risikofaktor für Bindungsstörungen beziehungsweise PTBS”, sagte Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Michael Huss. Aber nicht jedes ADHS-Kind habe eine reaktive Bindungsstörung laut ICD-10, auch wenn in der Regel seine sozialen Kontakte gestört seien. Bindungsstörungen und PTBS kämen von außen und könnten sich auch sehr ähnlich darstellen, aber anamnestisch sollte es nach Möglichkeit gelingen, sie voneinander zu unterscheiden.

ADHS-Kinder sind häufig Außenseiter und haben ein erhöhtes Risiko, geschlagen zu werden, erläuterte Huss. Beides fördert die Entwicklung einer Bindungsstörung, körperliche Gewalt wiederum kann zu einer PTBS führen. Aber die Therapie der ADHS ist durch die Gabe von Stimulanzien sehr viel einfacher als bei einer Bindungsstörung oder PTBS.

  • Wenn sie dem Kind vor Therapiebeginn erklären, dass es mit dem Medikament in der Schule besser aufpassen kann, ist die Chance größer, dass die Therapie gelingt”, riet Huss.
  • In der Forschung werden bindungssichere Menschen (Typ B) von den bindungsunsicheren Typen A (unsicher-vermeidend gebundene Kinder) und C (unsicher-ambivalent gebundene Kinder) unterschieden.60–70 % der Bevölkerung zählen zur Gruppe B, so Huss.

Typ-A-Kindern könnten typischerweise ihre Gefühle nicht so gut zum Ausdruck bringen, seien aber in der Regel pflegeleicht. Typ-C-Kinder hingegen sind enthemmt, „sie stressen und hauen auf den Putz”. Davon abzugrenzen sind Kinder mit Bindungsstörungen aufgrund von tief in die Seele eingebrannten Problemen, die häufig vor sich hinstarrten.

  1. Auslöser ist in der Regel ein Entwicklungstrauma durch Misshandlung, Missbrauch, Liebesentzug oder drakonische Strafen.
  2. Auch in der ganz frühen Entwicklungsphase ist ein solches Trauma möglich, Stichwort: Kaspar-Hauser-Komplex.
  3. Als weitere mögliche Ursache wird ein schweres Schädel-Hirn-Trauma in der Kindheit diskutiert.

Eine Bindungsstörung kann in schweren Fällen in ein PTBS übergehen. „Dann besteht dringender Handlungsbedarf”, sagte Huss. Häufig litten solche Kinder auch unter Schlafstörungen oder Depressionen. Charakteristisch für viele PTBS-Patienten sei im weiteren Verlauf, dass sie Gefahren nicht einschätzen könnten, instrumentalisierende Beziehungen eingingen oder gegen Geld ganz viele Dinge machen würden, die gesellschaftlich nicht akzeptiert seien.

  • Wie es zu dieser Entwicklung komme, sei unklar.
  • Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowohl mit Bindungsstörung als auch mit PTBS basiert wesentlich auf Psychotherapie.
  • Dabei ist häufig besonderes Fingerspitzengefühl erforderlich.
  • Wenn ein Patient traumatische Erlebnisse nicht von sich aus berichtet, sollte nicht nachgefragt werden”, sagte Huss.

Bei jeder Form von Traumatisierung sollte das Kind über die Steuerung der Information entscheiden. Bei Patienten mit schwerem PTBS, mit Hyperarousal, Schlafstörungen und Panikattacken, ist begleitend eine Pharmakotherapie nötig. Gehäuft von Bindungsstörungen betroffen sind außer ADHS- auch Adoptiv- und Scheidungskinder.

  • Das „parenting” sei hier beeinträchtigt, was ebenfalls schwer zu therapieren sei, so Huss.
  • Von Kindern mit Bindungsstörungen abzugrenzen sind Kinder, die ein fetales Alkoholsyndrom (FAS) mit ZNS-Auffälligkeiten hatten.
  • Solche Fälle würden unterschätzt und seien in der Praxis ein massives Problem.
  • Auch diese Kinder würden häufig Bindungsunsicherheit entwickeln und zeigten sich im sozialen Kontakt häufig arglos oder als Mitläufer.

Behandelt würden FAS-Kinder klassisch wie Kinder mit ADHS.

Huss M. ADHS und Bindungsstörung. Praxis-Workshops „Werkstatt ADHS 2019″ (Medice), Hamburg, 5./6. April 2019

: ADHS — ein Risikofaktor für Bindungsstörungen

Was passiert bei ADHS im Kopf?

Hintergrund: Warum ist Dopamin bei ADHS Mangelware? – Bei Personen mit ADHS kommt es zu einem schnelleren Abbau von Dopamin im Gehirn. Doch warum ist das so? Experten führen folgende Fakten an:

Bei Menschen mit ADHS wird in den vorderen Hirnabschnitten weniger Blutzucker verbraucht – so wird das Gehirn weniger stark durchblutet Die rechte, vordere Hirnregion ist weniger aktiv Eine erhöhte Menge des „Dopamin-Transporters” und eine genetische Veränderung im „Dopamin-Transporter-Gen” wurden nachgewiesen

Gut zu wissen: haben das Ziel, den Stoffwechsel im Gehirn positiv zu beeinflussen und somit die Symptomatik zu lindern. Test: Habe ich ADHS? Wie behandelt man ADHS? Jetzt neu! Selbst- management: interaktive Broschüre : ADHS: Was passiert im Körper? | Ratgeber ADHS

Was verschlimmert ADHS Symptome?

Die Ursachen von ADHS –

  • ? Bei ADHS-Patientinnen und -Patienten liegt wohl eine genetisch veranlagte Funktions-Störung im Gehirn vor. Einige Regionen, unter anderem die für die Aufmerksamkeit oder zum Planen von Dingen, sind nicht richtig aktiv. Andere Regionen wie die für Bewegung sind dafür aktiver.
  • ? Grund für die verminderte Aktivität ist ein Mangel an Boten-Stoffen, insbesondere an Dopamin und Noradrenalin, Diese Boten-Stoffe sind für die Reiz-Weiterleitung zwischen den Gehirn-Nervenzellen nötig.
  • ? Zudem kann das Gehirn die einprasselnden Informationen schlecht filtern, Es wird von den Reizen überflutet. Unruhe und Konzentrations-Probleme sind die Folge.
  • ? Alkohol- und Drogen-Konsum in der Schwangerschaft, ein Sauerstoff-Mangel bei der Geburt und Umwelt-Gifte stehen in Verdacht, das Risiko für ADHS zu erhöhen.
  • ? ADHS kann bei Kindern durch verschiedene Faktoren ausgelöst und verschlimmert werden – beispielsweise durch Vernachlässigung, einen unstrukturierten Alltag, Bewegungs-Mangel, einen hohen Medien-Konsum oder bestimmte Nahrungsmittel.
  • ? Auch Menschen mit Gen-Mutationen wie Personen mit Down-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS.

Wie sieht ein Mensch mit ADHS die Welt?

Ein Mensch mit ADHS wird sich wahrscheinlich zu keiner Zeit so richtig »ruhig« fühlen können. Loslassen, abschalten, herunterkommen und sich fallenlassen sind für manch einen Betroffen wohl so etwas wie »Fremdworte«! KONZENTRUM ist es deshalb besonders wichtig, authentisch wiederzugeben, wie sich ADHS eigentlich wirklich anfühlt,

  • Einige ausgewählte Besonderheiten (Einzelsymptome), die einigermaßen zweifelsfrei dem ADHS zugeordnet werden können, versuchen wir deshalb hier nachvollziehbar zu machen.
  • Impulskontrollstörung Das tragende Symptom ist die so genannte Impulskontrollstörung.
  • Im Gegensatz zum normal funktionierenden Frontal-Cortex im menschlichen Gehirn kann man davon ausgehen, dass ein ADHS-betroffener Mensch unwichtige Impulse nicht immer automatisch als solche einzustufen in der Lage ist.
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Jeder Impuls, der als Sinneswahrnehmung einstürmt, wird als nahezu gleichwertig empfunden und muss über andere kognitive Leistungskanäle bewusst ausgefiltert werden. Das ist naturgemäß überaus anstrengend. Stichwort: »Innere« und »Äußere Impulse«. In manchen neueren Publikationen gilt diese Erklärung der schlichten »Reizüberflutung« und der damit verbundenen »Überaktivierung« bereits als zur Gänze überholt.

Daher wird das überborden der Reize vielfach als physiologischer Aktivierungsmangel bezeichnet, demzufolge ADHS-betroffene Kinder eher großes Bedürfnis nach Stimulierung haben und sich äußeren Reizen mehr zuwenden als unauffällige Kinder. Unsere Experten von KONZENTRUM können sich jedoch durchaus mit beiden Betrachtungsweisen zu gleichen Teilen anfreunden: In zahlreichen Befragungen und Fallstudien ließ sich erkennen, dass Überaktivierung infolge permanent überbordender Nebenreize die Suche nach noch mehr Impulsen keineswegs ausschließen muss.

Wir lehnen Dinge, die uns schaden keineswegs ab, wir suchen ganz im Gegenteil noch mehr desselben. Paul Watzlawik Wir wollen dieses Phänomen, das Paul Watzlawik in seiner »Anleitung zum Unglücklichsein« mit leichtem Augenzwinkern beschreibt, künftig in leicht verständlicher Firm einfach »Input-Sucht« nennen.

Diese wird umso leichter erklärbar, wenn wir das Phänomen der »Sinnesoffenheit« ebenfalls zu verstehen beginnen Reiz- oder Sinnesoffenheit Eng mit dem vorigen Einzelsymptom verbunden sind die Bezeichnungen »Reizoffenheit«, oder »Sinnesoffenheit«, Viele Fachleute verwenden in Zusammenhang mit ADHS mittlerweile sehr gerne diese ohnehin für sich selbst sprechenden Begrifflichkeiten.

Aber auch als Nicht-Fachfrau oder -Fachmann kann man sich darunter sicher so einiges vorstellen: ADHS-Betroffene fallen ganz besonders durch ihre sehr leicht überreizbaren Sinne und durch ihre eben ständige Offenheit für jeden noch so kleinen Sinnesreiz auf.

»Tatsächlich fühlt es sich auch genauso an!«, sagt unser Experte, Gerhard Spitzer, der selbst sehr ausgeprägt von ADHS betroffen ist. »Alle Sinne scheinen extrem geschärft, die meisten Sinnesreize, wie Geräusche, Lichteinfall, Gerüche, Berührungen, sogar Geschmacksaromen scheinen im Vergleich zu nicht betroffenen Menschen übermäßig verstärkt auf einen einzustürmen und zumeist auch viel rascher zur Belastungssituation zu führen, als man das von anderen Menschen in unmittelbarer Umgebung wahrnimmt.« Unter Strom? Während ihrer gesamten Wach- und leider auch während der meisten Schlafphasen stehen ADHS-Betroffene gewissermaßen ständig »unter Strom«.

Es fühlt sich tatsächlich wie das Anliegen einer Strom-Spannung an und führt zu ungebremster innerer Getriebenheit, die man leider auch am äußeren Verhalten nur allzu leicht erkennen kann. Wahrnehmung Es lässt sich klar erkennen, dass ADHS-betroffene Menschen ihre Welt und die Abläufe um sich herum zuweilen signifikant anders wahrnehmen als andere Menschen unter gleichen Bedingungen (siehe hier ).

  1. Ein Fakt der vom Umfeld nicht selten als »Charakterschwäche« ausgelegt wird.
  2. Verlust Aufgrund der mit ADHS einhergehenden massiven Zerstreutheit und Misserfolgserlebnissen kann sich als Comorbidität bei ADHS-Betroffenen sehr oft eine ausgeprägte Verlustangst etablieren.
  3. Legt man die tatsächlich vielen verlorenen Dinge, Gegenstände und Gedanken zugrunde, ist diese verständliche Verlustangst eine Folge des Lebens mit dieser Störung.

Selbstwert Bedingt durch die schon vorher beschriebenen zahlreichen Misserfolgserlebnisse leidet bei ADHS-Betroffenen vor allem das Selbstwertgefühl, respektive die Selbstwahrnehmung, Deshalb brauchen ADHS-Betroffene auch tatsächlich mehr Zuspruch, Anerkennung und andere Maßnahmen, die helfen können das Selbstwertgefühl aufzurichten.

Energie Aus der Erkenntnis heraus, dass ADHS-Betroffene ständig »unter Strom stehen«, ergibt sich schon ein erster, überaus positiver Blickwinkel: Allein aus dieser Besonderheit scheinen ADHS-Betroffene in den meisten Fällen in der Lage zu sein, schier unerschöpfliche Energien zur Verfügung zu haben und diese auch für ihre Leistungsfähigkeit auszunützen.

Voraussetzung: Es muss ihnen Spaß machen, muss sie faszinieren, quasi ihre Wahrnehmung zur Gänze ausfüllen. Hyperfokussieren Diese Begrifflichkeit erklärt eine Handlungsebene, die ADHS-Betroffene dann einnehmen, sobald sie mit einem Feld konfrontiert sind, das sie zutiefst interessiert und mit dem sie sich persönlich sowie in ihrer Selbstwahrnehmung auch zutiefst identifizieren können.

Dass bei »normalen Menschen« beim völligen Einlassen auf einen Handlungsstrang nach nicht allzu langer Zeit ein so genannter »Flow« eintritt, der ein gewisses Maß an Fokussierung erlaubt, ist ja hinreichend bekannt. Bei ADHS-Betroffenen kann dieses Einlassen auf den Haupthandlungsstrang so weit gehen, dass eine weit gehende Unterdrückung sämtlicher Umgebungsreize wie auch eigener Bedürfnisse und Empfindungen erfolgt.

In Verbindung mit dem Vorgang des Hyperfokussierens ist bei diesen Personen zuweilen auch ein völliges Verausgaben bzw. ein unkontrollierbarer Verbrauch eigener Ressourcen zu beobachten. Hyperfokussieren kann man sich, vielleicht um des besseren Verständnisses wegen, als ein »Wandeln zwischen Euphorie und Selbstzerstörung« vorstellen.

  1. Hinter diesem besonderen Phänomen bzw.
  2. Hinter dieser Eigenschaft von ADHS-Betroffenen steht aber auch ein besonderes Potenzial: Dinge oder Handlungen, die einen ADHS-Betroffenen ganz besonders interessieren, eröffnen die Möglichkeit zu außergewöhnlich dynamischer Entwicklung bestimmter Interessen und Fähigkeiten.

Dieses Potenzial steht in genauem Gegensatz zu den sonst bei ADHS-betroffenen Menschen wahrgenommenen Leistungsdefiziten. Prokrastination (»Aufschieberitis«) Ganz klar verbunden mit dem schon beschriebenen geschwächten Selbstwertgefühl ist das bei ADHS-Betroffenen überdeutlich auftretende Phänomen der Prokrastination.

  1. Stehen unpopuläre, schwierigere oder gar komplexere Aufgaben an, ist bei ADHS-betroffenen Menschen ein signifikant erhöhter Drang zum »Aufschieben bis zur letzten Minute« zu beobachten.
  2. Dies entsteht hauptsächlich aus der Selbstwahrnehmung heraus, »ohnehin keine Aufgabe ordentlich meistern zu können«.

Jene Aufschieberitis kann für Menschen mit ausgeprägtem ADHS zu einer manchmal unlösbaren Hürde bei der Bewältigung auch einfacher Aufgaben werden. Das verhaltenspädagogische Werkzeug der Wahl ist hier das »selektive Loben« (siehe auch unter »Selbstwert«).

Welche berühmte Leute haben ADHS?

Ehrgeizige Legastheniker – Schauspieler müssen Drehbücher lesen und Texte auswendig lernen, um sich auf ihre Rolle vorzubereiten. Hat man mit einer Lese- /Rechtschreibschwäche zu kämpfen, ist das alles andere als einfach. Doch Orlando Bloom erklärt, dass er gerade deswegen so erfolgreich ist: “Ich musste mich schon immer doppelt anstrengen, diese Einstellung habe ich für meine berufliche Karriere übernommen.” Auch Jennifer Aniston bekennt sich zu ihrer Lese- /Rechtschreibschwäche und berichtet, dass die Diagnose wie eine Befreiung für sie gewesen sei.

  1. Sie dachte früher immer, sie sei weniger intelligent als andere, da sie sich nichts merken konnte.
  2. Der erfolgreiche Unternehmer Richard Branson ruft dazu auf, die einzigartige Denkweise von Legastheniker als positive Eigenschaft anzuerkennen und als etwas, auf das die Menschen stolz sein sollten.
  3. Wo andere Probleme sahen, konnte ich Lösungen sehen.”, berichtet er.

Und weiter: “Solche Fähigkeiten zum Querdenken sind eine wichtige Ergänzung für jeden Beruf und sollten dementsprechend anerkannt werden!” Bekannte Legastheniker sind/waren außerdem Bill Gates, Richard Branson, Jamie Oliver, Prinz Harry, Steve Jobs und Tom Cruise.

Ist man bei ADHS aggressiv?

ADHS: was ist das? Die Kernsymptome von ADHS – Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität – treten selten alleine auf. Häufig haben betroffene Kinder und Jugendliche mit ADHS noch weitere Probleme, die sich im Verlauf des Alters verändern können.

Am häufigsten zeigen Kinder und Jugendliche mit ADHS zusätzlich oppositionelle und aggressive Verhaltensweisen. Obwohl die meisten Kinder und Jugendlichen mit ADHS sich in ihrer grundlegenden Begabung nicht von anderen Kindern und Jugendlichen unterscheiden, haben viele Betroffene mit Schulleistungsproblemen zu kämpfen.

Sie zeigen Probleme beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen und wiederholen deshalb häufiger eine Klasse. Viele Kinder und Jugendliche mit ADHS entwickeln mit der Zeit emotionale Probleme, wie Ängste und Unsicherheiten, z.B. trauen sie sich weniger zu als andere Kinder.

  • Aufgrund der häufig sozial nicht angemessenen Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, haben Eltern vermehrt Auseinandersetzungen mit ihrem Kind und die Beziehungen zwischen Eltern und Kind sind häufig sehr belastet.
  • Manche Kinder entwickeln sogenannte Tics, die sich meistens durch Zuckungen im Bereich des Gesichtes oder des ganzen Oberkörpers äußern.
  • Oppositionelles und aggressives Verhalten

Am häufigsten zeigen Kinder und Jugendliche mit ADHS zusätzlich oppositionelle und aggressive Verhaltensweisen. Diese äußern sich unter anderem dadurch, dass die Kinder wichtige Regeln in der Familie, im Kindergarten und in der Schule nicht befolgen. Zusätzlich reagieren sie nicht auf Anweisungen von Erwachsenen, bekommen häufig Wutausbrüche und haben viel Streit mit Geschwistern und anderen Kindern.

Im Jugendalter kann es vorkommen, dass die Betroffenen wichtige soziale Regeln nicht beachten. Dies kann zu unterschiedlichen Verhaltensweisen führen: Manche lügen, um sich Vorteile zu verschaffen, einige stehlen innerhalb oder außerhalb der Familie oder sie schwänzen die Schule und bleiben nachts länger weg als erlaubt.

Durch Diebstahl oder Zerstörung fremden Eigentums kommen Betroffene häufig irgendwann mit dem Gesetz in Konflikt. Schulleistungsprobleme Viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen zeigen Entwicklungsrückstände und Leistungsprobleme in der Schule. Manche Kinder zeigen eine generelle Verminderung ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit.

Bei den meisten Kindern sind diese Rückstände jedoch umschrieben, das heißt, diese Probleme lassen sich nicht auf eine allgemeine Intelligenzminderung zurückführen. Die Kinder und Jugendlichen zeigen schlechtere Leistungen beim Lesen, Rechtschreiben oder im Rechnen und sie wiederholen häufiger eine Klasse.

Gehäuft treten auch Ungeschicklichkeiten und Koordinationsschwierigkeiten auf, die ein schlechtes Schriftbild verursachen.

  1. Schon im Kindergarten- und Vorschulalter sind bei vielen Kindern Entwicklungsrückstände zu beobachten, vor allem in der Sprache, beim Zeichnen und in der Koordination von Bewegungen.
  2. Emotionale Probleme
  3. Emotionale Probleme fallen häufig zunächst weniger auf, weil andere Probleme, wie hyperaktives und impulsives oder auch oppositionelles und aggressives Verhalten, zu sehr ins Auge springen.

Solche Probleme können sich in Unsicherheit und mangelndem Selbstvertrauen äußern. Viele Kinder und Jugendliche mit ADHS entwickeln mit der Zeit Ängste und Unsicherheiten. Sie trauen sich weniger zu als andere Kinder. Das gilt vor allem in jenen Situationen, in denen es um schulische Leistungen geht.

  • Bei manchen Kindern und Jugendlichen kann sich das bis zu depressiven Symptomen, also starker Traurigkeit, Apathie oder Lustlosigkeit auswachsen.
  • Ablehnung durch Gleichaltrige
  • Kinder und Jugendliche mit ADHS werden häufig von Gleichaltrigen ausgegrenzt.
  • Dies geschieht entweder, weil sie aufgrund ihrer ADHS-Symptome ständig beim gemeinsamen Spiel stören oder weil sie wegen ihrer impulsiven oder aggressiven Verhaltensweisen als Störenfriede oder Raufbolde empfunden werden.

Viele Kinder mit diesen Verhaltensproblemen versuchen als Folge dieser Ablehnung, Andere zu dominieren und zu kontrollieren, um Beziehungen zu Gleichaltrigen aufrecht zu erhalten. Jedoch erzeugt dieses Verhalten auf Seiten Gleichaltriger ebenfalls Ablehnung.

Belastete Beziehungen zu Eltern und Erwachsenen Aufgrund der Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, haben Eltern vermehrt Auseinandersetzungen mit ihrem Kind und die Beziehung zwischen Eltern und Kind oder Jugendlichem sind häufig sehr belastet. Eltern sind häufig regelrecht verzweifelt darüber, dass sie ihr Kind kaum oder gar nicht mit Erziehungsmaßnahmen (Wiederholtes Reden und Erklären) erreichen.

Darüber hinaus vermittelt Ihnen das soziale Umfeld häufig das Gefühl, dass Sie mit Ihrem Kind nicht erwünscht sind. Eltern haben häufig das Gefühl, in der Erziehung ihres Kindes versagt zu haben. Auf der anderen Seite fühlt sich das Kind häufig von seinen Eltern abgelehnt und hat den Eindruck, seinen Eltern nichts recht machen zu können.

Auch die Beziehungen zwischen dem Kind und dem/der Erzieher/in im Kindergarten oder mit dem/der Lehrer/in in der Schule sind häufig ähnlich angespannt. Tics Motorische Tics sind plötzlich auftretende, unwillkürliche Zuckungen, z.B. Augenblinzeln, Nase rümpfen oder ruckartiges Kopfbewegen. Vokale Tics sind unwillkürlich auftretende Lautäußerungen, z.B.

Räuspern, oder auch Worte und Sätze, die plötzlich ausgesprochen werden. Solche Tics treten bei Kindern mit ADHS gehäuft auf, meist beginnen sie schon im Kindesalter und können sich bis ins Jugendalter – und ins Erwachsenenalter fortsetzen. : ADHS: was ist das?

Wie merkt man das man ADHS hat?

Kernsymptome und Nebensymptome bei ADHS – Experten unterscheiden bei ADHS zwischen Kernsymptomen und Nebensymptomen. Die 3 Kernsymptome sind Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität. Typische Nebensymptome sind Desorganisation und emotionale Symptome (z.B. schnelle Stimmungswechsel, verminderte Belastbarkeit bei Stress). Nebensymptome

StimmungsstörungenVerminderte GefühlskontrolleVerminderte Stresstoleranz

DesorganisationVergesslichkeit * Ungeduld *

Kaufsucht * Suchttendenz * Reizoffenheit *

Mehr über die Nebensymptome erfahren

* Keine klassischen Symptome, aber häufig bei ADHS-Patienten zu beobachten.

Was kann man gegen ADHS tun?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Behandlung von ADHS. Dazu gehören eine Beratung der Eltern, Unterstützung in der Schule, eine Verhaltenstherapie und Medikamente. Welche Hilfen sinnvoll sind, hängt vor allem von der Ausprägung der ADHS ab.

Ist ADHS immer genetisch?

Teil 1: Symptome & Diagnose Die Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung sind nicht vollständig bekannt und die Entstehung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Bei den drei Kernsymptomen handelt es sich um extreme Ausprägungen von Verhaltensmerkmalen, die jede Person zeigen kann.

  1. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei ADHS um eine genetisch mitbedingte neuronale Entwicklungsstörung handelt.
  2. Geschichte der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung Die drei Hauptsymptome Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität wurden 1775 erstmals als gemeinsam auftretende Verhaltensweisen festgehalten.

Im Verlauf der Zeit hat sich die Definition mehrmals geändert.1980 konnten erstmals durch bildgebende Verfahren strukturelle Veränderungen im Gehirn betroffener Personen festgestellt werden. Weiter hat sich durch Zwillingsstudien herausgestellt, dass ADHS eine erbliche Komponente besitzt.

  • Genetische Ursachen Heute weiss man, dass ADHS gehäuft in Familien auftritt.
  • Ist bereits ein Elternteil, Geschwister oder Kind einer Person an ADHS erkrankt, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Person selbst auch an ADHS erkrankt 2-8 Mal so hoch.
  • Es hat sich gezeigt, dass diese Erblichkeit vor allem auf genetischen Faktoren basiert.

Es wird vermutet, dass nicht nur ein Gen dafür verantwortlich ist, sondern dass es sich um ein Zusammenspiel mehrerer Gene handelt. Umweltrisiken für eine ADHS Umweltrisiken können nicht eindeutig ausgemacht werden, da so viele Faktoren an der Entstehung beteiligt sind.

Möglicherweise könnte das Rauchverhalten in der Schwangerschaft einen Einfluss auf die Entstehung von ADHS des Kindes haben. Dabei ist aber nicht klar, ob die Schadstoffe dem Fötus direkt schaden, oder der Fötus indirekt, zum Beispiel durch Fehl- oder Mangelversorgung, geschädigt wird. Weiter haben Tabakabhängigkeit und ADHS gemeinsame genetische Faktoren und ähnliche Umweltrisiken.

Dasselbe Problem stellt sich bei der Untersuchung von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Diskutiert werden auch diverse andere Toxine sowie Ernährungsfaktoren. Ausserdem könnten auch eine frühzeitige Geburt sowie ein geringes Geburtsgewicht mit der Entstehung von ADHS zusammenhängen.

  • Nach der Geburt spielen vor allem die Deprivation und Vernachlässigung eines Kindes eine Rolle zur Entstehung von ADHS.
  • Dieser Zusammenhang lässt sich bis ins Erwachsenenalter nachweisen.
  • Dabei ist der unaufmerksame Subtyp besonders vertreten.
  • Je länger eine Deprivation dauert, desto stärker wird der Zusammenhang zu ADHS.

Es wird auch diskutiert, inwiefern psychische Erkrankungen der Eltern oder ein negativer Erziehungsstil an der Entstehung von ADHS beteiligt sind. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob das Verhalten der Eltern eine Reaktion auf die genetische Ausprägung des Kindes, also auf beginnende ADHS, ist.

  • Es ist nicht klar, in welche Richtung der Zusammenhang geht.
  • Dennoch hat sich gezeigt, dass positives Erziehungsverhalten einen Schutz vor der Entstehung von ADHS darstellt.
  • Zuletzt könnte auch der sozioökonomische Status ein Risikofaktor sein.
  • Tatsächlich hängt ein geringes Familieneinkommen in der frühen Kindheit mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, ADHS zu entwickeln, zusammen.

Doch auch hier ist es schwierig, das Einkommen von anderen Faktoren, wie Mangelernährung, Erziehungsverhalten und Substanzexposition zu trennen. Insgesamt sind kausale Einflüsse von Umweltrisiken auf ADHS vorsichtig zu betrachten und schwierig zu bestätigen.

Gen-Umwelt-Interaktionen Es wird davon ausgegangen, dass im Rahmen der Entstehung einer ADHS Gene und die Umwelt der betroffenen Person miteinander interagieren. So kann sich die Umwelt auf die Übersetzung gewisser Gene auswirken, während gewisse genetische Faktoren das Risiko bestimmter Umwelteinflüsse erhöhen.

Besonderheiten des Gehirns bei einer ADHS Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Kindern, die an ADHS erkrankt sind, bestimmte Gehirnareale ein kleineres Volumen haben und in vorderen Abschnitten die Hirnrinde schmaler als bei gleichaltrigen gesunden Kindern ist.

  • Der Hirnreifungsverlauf scheint verändert zu sein.
  • Ausserdem wurde entdeckt, dass gewisse Hirnregionen übermässig aktiv sind und veränderte Aktivierungsmuster zeigen.
  • Die Ursächlichkeit dieser Befunde ist jedoch nicht geklärt.
  • Nur aufgrund von diesen Untersuchungen würde sich noch keine ADHS feststellen lassen.

Weiter ist auch hier unklar, ob es sich dabei um eine Ursache oder Folge einer ADHS handelt. Neuropsychologische Befunde Es hat sich gezeigt, dass betroffene Personen über weniger gute Kontrollmechanismen verfügen und die sogenannte Inhibitionskontrolle beeinträchtigt ist.

Darunter ist zu verstehen, dass jemand über die Fähigkeit verfügt, impulsive Handlungen zu kontrollieren. Einige Phasen der Informationsverarbeitung zeigen Störungen auf, wie auch Lernprozesse. Ausserdem zeigen die betroffenen Personen veränderte motivationale Prozesse. Auch hier sind die Befunde nicht eindeutig mit ADHS in Verbindung zu bringen.

Dieselben Beeinträchtigungen können sich teilweise auch bei anderen Störungen finden. Temperamentsmerkmale Temperamentsmerkmale können das Risiko, an ADHS zu erkranken, erhöhen oder bereits ein Vorläufersymptom darstellen. Erhöhte Aktivität im Säuglings- und Kleinkindalter kann auf den frühen Beginn einer ADHS hinweisen.

Auch Regulationsstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter werden mit der Entstehung von ADHS in Verbindung gebracht. Dazu gehören exzessives Weinen, Schlafstörungen, Fütterprobleme und eine hohe negative Emotionalität. Die willentliche Kontrolle ist weniger stark ausgeprägt bei betroffenen Personen. Insgesamt hat sich gezeigt, dass ausser der hohen genetischen Belastung bisher keine eindeutigen Ursachen festgestellt werden können.

Es gibt verschiedene Befunde und Argumente, die diese Hypothesen bestätigen oder z.T. auch in Frage stellen. Letztendlich ist von einer multifaktoriellen Entstehung auszugehen, d.h. das Zusammenwirken verschiedener Faktoren beeinflusst Beginn und Ausprägung dieser Erkrankung.

Ist ADHS nur genetisch bedingt?

Erbliche Vorbelastung – Eine genetische Veranlagung führt zu dieser neurobiologischen Störung, denn 10 bis 15% der nächsten Familienangehörigen von Kindern mit ADHS sind ebenfalls betroffen. Zwillingsstudien zeigen, dass gut 80% der Eineiigen und knapp 30% der Zweieiigen die gleiche Symptomatik aufweisen.

  • Neuere Forschungsergebnisse gehen sogar davon aus, dass nahezu 80% aller ADHS-Erkrankungen erblich bedingt sind.
  • Mehrere veränderte Gene (polygener Erbgang), die alleine kaum Störungen bewirken, sind aber im Zusammenspiel ursächlich für die fehlerhafte Informationsübertragung im Gehirn verantwortlich.

Das erklärt dann auch das breite Spektrum möglicher Begleitstörungen (Komorbidität) wie Lerndefizite oder emotionale Störungen sowie das unterschiedliche Ansprechen auf die Medikation.

Kann ADHS durch Trauma entstehen?

Wie bereits berichtet, konnte bereits ein Zusammenhang zwischen traumatischen Erlebnissen im Kindesalter und der Entwicklung von Psychopathologien wie einer ADHS nachgewiesen werden.

Hat ADHS etwas mit Erziehung zu tun?

Als Elternteil eines ADHS-betroffenen Kindes (vom unaufmerksamen, hyperaktiv-impulsiven oder gemischten Erscheinungsbild) leistet man mehr Erziehungsarbeit als andere Eltern und muss sich trotzdem so einiges anhören. Vielleicht kommen Ihnen haaresträubende Kommentare wie “Die Eltern sind halt zu wenig konsequent.”, “Das kommt davon, dass man den Kindern alles durchgehen lässt.”, “Klar, dass das Kind so schwierig ist, die Mutter ist ja auch alleinerziehend.” bekannt vor.

  1. Warum Sie sich guten Gewissens von solchen Vorwürfen distanzieren dürfen, zeigt der folgende Artikel.
  2. Nach vielen Jahrzehnten Forschung ist klar: Die Erziehung spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung ADHS-betroffener Kinder, aber sie ist nicht die Ursache der Verhaltensauffälligkeiten.
  3. Vielmehr wird eine ADHS-Symptomatik durch ein kompliziertes Zusammenspiel von Genen und Umweltbedingungen hervorgerufen.

Sehen wir uns die wichtigsten Risikofaktoren im Detail an.