Warum Wird Die Wm In Katar Kritisiert?

Warum Wird Die Wm In Katar Kritisiert
EU-Parlament: Kritik an Katar und FIFA Das Europaparlament übt scharfe Kritik an der Fußball-WM wegen der Menschenrechtslage in Katar. In der FIFA sei Korruption verbreitet und tief verwurzelt. Das Europaparlament fordert Entschädigungen für Familien toter Gastarbeiter in Katar. Quelle: dpa Das Europaparlament hat den Tod von ausländischen Arbeitern bei der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar kritisiert. Man fordere von Behörden, Sportverbänden und Organisatoren, bei künftigen Vergaben großer Sportevents Werten wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Geltung zu verschaffen, heißt es in einer Resolution,

  • Das Europaparlament sei entsetzt über die Entscheidung, die “One Love”-Armbinden, mit denen ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt werden sollte, zu verbieten.
  • Darüber hinaus rufe man die Behörden in Katar auf, Vorschriften zum Verbot von Folter und Misshandlung vollständig durchzusetzen und die Kriminalisierung von Homosexualität abzuschaffen.

Innenministerin Nancy Faeser hat FIFA-Chef Infantino im Stadion auf die “One Love”-Armbinde angesprochen. Sie sei “nicht so schlimm, wie Sie denken”, habe sie Infantino gesagt. Beitragslänge: 1 min Datum: 24.11.2022

Warum wird das Land Katar kritisiert?

WM-Gastgeber Katar steht unter anderem wegen Menschenrechtsverletzungen und zusammen mit dem Weltfußballverband FIFA wegen Korruption in der Kritik. Vor allem der Westen legt dabei seinen Finger in die Wunde. Doch die Vehemenz, mit der das getan wird, stößt international auf Kritik. Die Todesfälle bei den Gastarbeitern für die Fußball-WM in Katar stehen im Zentrum der Kritik am Wüstenemirat. Doch es gibt extreme Unterschiede bei der Zahl der toten Arbeiter. Sind es drei, 6500 oder gar 15.000? (dpa / picture alliance / Andreas Gebert ) Der Chefredakteur der Nachrichtenseite “Arabi 21”, Feras Abu Helal, verweist darauf, dass viele der größten Baufirmen bei den WM-Projekten in Katar aus dem Westen stammten.

  • Zudem verdienten westliche Arbeitnehmer in diesen Branchen deutlich höhere Gehälter als Wanderarbeiter aus Asien.
  • Diese Tatsachen würden jedoch von westlichen Kritikern der Menschenrechtslage in Katar selten angesprochen.
  • Die Debatte strotze nur so vor Heuchelei, Orientalismus und Eurozentrismus.
  • Während viele internationale Sportereignisse Diskussionen über die Menschenrechtslage in den Gastgeberländern ausgelöst hätten – wie etwa die Kontroverse über Chinas Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang vor den Olympischen Spielen in Peking sei keines so heftig angegriffen worden wie Katar.

Auch für Ayman Mohyeldin vom US-Sender MSNBC offenbart das, was sich vor der WM-Premiere zugetragen hat, die Abgründe “westlicher Vorurteile, vorgetäuschter moralischer Empörung und – vielleicht am wichtigsten – grober Doppelmoral.” Der Journalist wirft den Europäern vor, sich als traditionellen Torwächter des Weltfußballs zu betrachten, die offenbar den Gedanken nicht ertragen könnten, dass ein arabisches Land Gastgeber eines so ehrwürdigen Ereignisses sei.

Ähnlich äußerte sich der Politikredakteur der deutschen Wochenzeitung ” der freitag “, Lutz Herden. Dunja Ramadan von der ” Süddeutschen Zeitung ” nennt die Kritik oftmals auch sehr „selbstgerecht”. Focus -Korrespondent Ullrich Reitz schrieb: “Wir Deutschen haben uns nach der Aufklärung durch Kant und Co.

unser Werteland mühevoll erarbeitet, nachdem wir vorher in aller Welt Ströme von Blut verursacht haben. Vielleicht sollten wir es bei der Belehrung von anderen vorsichtiger angehen lassen.”

Warum so viel Kritik an Katar?

Politische Kritik am Austragungsort der WM – 2010 entschied der Weltfußballverband FIFA, dass 2022 die WM in Katar stattfinden sollte. Die Vergabe an Katar hat international für viel Kritik gesorgt. Dabei geht es vor allem um die Missachtung der Menschenrechte in dem autoritär regierten Land, um die Situation der Arbeiter in Katar und um die fehlende Nachhaltigkeit dieses Sportereignisses.

Außerdem spricht viel dafür, dass Menschen in der FIFA Geld dafür bekommen haben, dass sie bei der Vergabe der Weltmeisterschaft für Katar stimmen. Die FIFA wählte Katar 2010 als Austragungsort der WM 2022. Katar hatte diese Wahl lange vorbereitet. Die Regierung erhoffte sich von der WM weltweite Aufmerksamkeit und mehr Einfluss bei der Durchsetzung der wirtschaftlichen und politischen Interessen des Landes.

Schon 2010 sprach vieles gegen diese Entscheidung. Katar hat keine Fußballtradition und besaß keine Fußballstadien oder sonstige Infrastruktur, um große Fußballspiele zu veranstalten. Die Hitze im Sommer macht Fußballspielen im Freien praktisch unmöglich.

Allgemein bekannt war auch, dass in Katar die Menschenrechte missachtet werden. Dass die Wahlleute trotzdem ihre Stimme für Katar abgaben, hat mit großer Wahrscheinlichkeit damit zu tun, dass sie dafür Geld bekommen haben. Das nennt man Korruption und dafür gibt es viele Hinweise. Die FIFA und Katar haben das aber immer bestritten.

Seit vielen Jahren gibt es Vorwürfe, dass die Menschenrechte in Katar missachtet werden. Das islamische Land wird nach den strengen Regeln des Koran, der Scharia, regiert. Gleichberechtigung von Frauen und Männern gibt es nicht. Männer bestimmen, wen eine Frau heiratet oder welchen Job sie annehmen darf.

  1. Auch für viele andere Aktivitäten müssen Frauen die Erlaubnis eines Mannes, meist vom Vater, Ehemann oder dem Bruder, einholen.
  2. In Katar werden Homosexuelle diskriminiert,
  3. Sie können mit Auspeitschung oder Inhaftierung bestraft werden.
  4. Während der WM müssen Homosexuelle und andere nicht-heterosexuelle Menschen damit rechnen, in Hotels keine Zimmer zu bekommen.

Auch die Pressefreiheit wird in Katar immer wieder missachtet. Viele Menschen haben Angst verhaftet zu werden, wenn sie die Verhältnisse im Land kritisieren. Ausländische Journalisten und Journalistinnen müssen bei der Arbeit strenge Regeln beachten. Sie dürfen nur bestimmte Orte besuchen, die berüchtigten Unterkünfte der ausländischen Bauarbeiter der WM-Stadien gehören nicht dazu.

  1. Journalist/innen müssen sich auch verpflichten, ” kein Material zu zeigen, dass als unpassend oder beleidigend in Bezug auf die katarische Kultur und islamische Prinzipien empfunden werden könnte “.
  2. Diese unklare Bestimmung ermöglicht es, die Medien zu kontrollieren und Kritik zu unterbinden und damit die Presse – und Meinungsfreiheit einzuschränken.

Einheimische und ausländische Medienvertreter/innen befürchten dadurch Behinderungen und Einschüchterungen durch die Behörden. Auf der anderen Seite bezahlt Katar Fans die Reise zur WM, wenn sie dafür in den Sozialen Medien positive Berichte schreiben.

Das ist keine unabhängige Berichterstattung.2018: Bauarbeiter arbeiten in Doha auf dem Gelände des Stadions “Stadium 974”. Das Stadion für die Fußball-WM 2022 wird größtenteils aus Schiffscontainern und Stahl gebaut. Es soll nach der WM abmontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Etagenbett in einer Unterkunft für Wanderarbeiter in Katar, aufgenommen im Oktober 2012.

In Katar arbeiten etwa 2 Millionen ausländische Arbeiter/innen. Viele wurden extra für den Bau der Sportanlagen für die WM angeworben. Es gibt viele Berichte über die schlechte Behandlung dieser Arbeiter. Der Mindestlohn für die Arbeiter lag bei umgerechnet rund 230 Euro im Monat, das bedeutet bei der üblichen Sechstagewoche und mehr als 8 Stunden Arbeit am Tag etwa 9,50 Euro Lohn pro Tag.

  • Zum Vergleich: In Deutschland liegt der gesetzlichen Mindestlohn bei 12 Euro pro Stunde).
  • Die Arbeiter lebten in engen Wohnblocks und Sammelunterkünften, oft erhielten sie monatelang oder sogar überhaupt keinen Lohn.
  • Den Arbeitern wurden die Personalausweise abgenommen, so dass sie das Land auch nicht einfach wieder verlassen konnten.
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Viele Arbeiter haben sich verletzt oder sind sogar auf den Baustellen gestorben, weil nicht ausreichend für ihre Sicherheit gesorgt wurde. Weltweit sind Menschen empört, dass Katar, eines der reichsten Länder der Welt, solche niedrigen Löhne zahlt und es auch ablehnt, den Familien der Arbeiter, die verletzt oder gestorben sind, eine angemessene Entschädigung zu zahlen.

Die Fußball-WM findet traditionell im Sommer statt. Dann ist es aber in Katar extrem heiß, das Thermometer kann mehr bis zu 50 Grad Celsius anzeigen. Weil bei diesen Temperaturen nicht Fußball gespielt werden kann, kündigte Katar an, die Stadien und die Fanzonen auf 27 Grad abzukühlen. Als die Kritik an diesem klimaschädlichen Vorhaben immer stärker wurde, wurden die Spiele in den Winter verlegt.

Doch auch im Winter werden fast alle Stadien künstlich auf 22 Grad heruntergekühlt, was enorm viel Energie benötigt und klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) produziert. Katar und die FIFA behaupten, dass die WM klimaneutral sein werde. Das heißt, dass der Ausstoß von Treibhausgasen und die Fähigkeit des Ökosystems, diese Treibhausgase aufzunehmen, im Gleichgewicht sind,

Dafür hat Katar viele tausend Bäume und Sträucher angepflanzt, die wegen der Trockenheit allerdings immer bewässert werden müssen. Das Wasser dafür wird durch die Entsalzung von Meerwasser gewonnen. Das braucht sehr viel Energie. Schlecht für das Klima sind auch die vielen Pendelflüge, mit denen Fans aus den angrenzenden Golfstaaten zu den Spielen fliegen.

Da Katar nicht genug Hotelplätze hat, müssen viele Fans in den Nachbarstaaten unterkommen. Die Treibhausemissionen, die bei diesen Flügen entstehen, werden in Katars Nachhaltigkeitsstrategie nicht berücksichtigt. Das al-Janoub-Stadion in al-Wakra hat ein verschließbares Dach.

Was spricht gegen WM Katar?

Boykott der WM in Katar: Pro und Contra – In Katar findet im Winter 2022 die Fußball-WM statt. Viele Menschen sind empört, dass die Menschenrechte in Katar missachtet werden. Sie kritisieren die fehlende Gleichberechtigung und die Verfolgung von homosexuellen Menschen.

Auch die schlechte Behandlung der ausländischen Arbeiter stößt weltweit auf Kritik. Deshalb fordern Vertreterinnen von Menschenrechtsorganisationen und Sportvereinen und viele andere Menschen, die Spiele zu boykottieren, Das heißt, sie wollen die Spiele nicht im Fernsehen oder vor Ort anschauen und damit zeigen, dass sie die Umstände, unter denen die Spiele zustande gekommen sind, ablehnen.

Viele ausländische Arbeiter werden auf den Baustellen in Katar ausgebeutet. Hier stellen sie sich auf, um in Bussen von ihren Sammelunterkünften zu den Arbeitsplätzen gefahren zu werden. Die Gründe für einen Boykott sind unterschiedlich.

Ich fahre nicht zu den Spielen, weil ich damit zeige, dass ich die politische Situation in Katar kritisiere. Ich schaue die Spiele nicht im Fernsehen. Je mehr Menschen das auch nicht tun, desto deutlicher wird die Kritik an den Zuständen in Katar. Ich lehne die Spiele in Katar ab, weil die Spiele nicht nachhaltig sind. Viele arme Arbeiter wurden bei dem Bau der Fußballstadien ausgebeutet. Die Organisatoren verdienen dagegen ungeheuer viel Geld. Da will ich nicht mitmachen.

Fans der deutschen Nationalmannschaft fiebern bei der Fußball-WM 2018 mit. Viele Menschen halten nichts von einem Boykott. Auch dafür gibt es verschiedene Begründungen.

„ Die WM findet statt. Daran wird sich nichts ändern, wenn ich die Spiele nicht anschaue. ” „ Ich liebe den Fußball, Es wird guten Sport geben, den möchte ich anschauen. ” „ Wenn wir nach Katar fahren, können wir dort über die Menschenrechte sprechen und auf Probleme hinweisen. Das geht nicht, wenn wir zuhause bleiben. ” „ Den Menschen in Katar nutzt ein Boykott nicht. Für politische Veränderungen können nur Politiker/innen und die Menschen vor Ort sorgen. “

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Was ist alles in Katar passiert?

Ausbeutung und Tote vor der WM in Katar – wie ist die Lage der Arbeitsmigrant*innen, die für die WM arbeiten? – Obwohl Katar Reformen angekündigt hat, wurden Arbeitsmigrant*innen im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2022 weiterhin ausgebeutet und misshandelt.

  1. Millionen von Männern und Frauen aus Asien und Afrika sind auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Katar gekommen.
  2. Insgesamt 2,3 Millionen Arbeitsmigrant*innen verdienen in Katar ihren Lebensunterhalt, sie stellen dabei 95 Prozent der Arbeitskräfte.
  3. Rund 20.000 davon arbeiteten auf den WM-Baustellen im Land.173.000 Personen, meist Frauen, sind als Hauspersonal angestellt.

Oft haben die Arbeiter*innen den Stellenvermittlungen exorbitante Vermittlungsgebühren bezahlt, bevor sie ins Ausland gereist sind, um fernab der Heimat den Unterhalt ihrer Familie zu sichern. In Katar bauten diese Arbeitsmigrant*innen die Stadien für die Weltmeisterschaft, Straßen, die U-Bahn.

Was sind die Menschenrechte in Katar?

Menschenrechtsverletzungen bei der Fußball-WM in Katar 2022 In Katar steht Homosexualität unter Strafe, bis zu sieben Jahre Haft drohen für homosexuellen oder außerehelichen Sex. Zudem werden Arbeitsmigrant:innen ausgebeutet und deren Menschenrechte massiv verletzt. Vielfach ist die Rede von „moderner Sklaverei’.

Warum boykottieren?

Allgemeines – Der Boykott steht allgemein für eine Verrufserklärung oder Ächtung durch Ausdruck einer kollektiven Verweigerungshaltung. Der wirtschaftliche Boykott dient insbesondere der Ausschaltung von Konkurrenz ; der soziale Boykott als Druckmittel von Interessensgruppen (etwa im Arbeitskampf ).

Wie viele Leute sind in Katar wegen der WM gestorben?

Recherchen der britischen Tageszeitung The Guardian zeigten, dass über 6.500 migrierte Arbeiter aufgrund der Arbeitsbedingung bei Bauarbeiten anlässlich der Weltmeisterschaft in Katar verstorben sind. Allein etwa 2.700 Todesfälle betrafen demnach indische Gastarbeiter.

Wer wird in Katar diskriminiert?

Katar: Sechs Dinge, die du über den Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wissen solltest In Katar sind Migrant*innen, darunter viele Hausangestellte, nach wie vor zahlreichen Menschenrechtsverstößen wie Lohndiebstahl, Zwangsarbeit und Ausbeutung ausgesetzt.

  • Doch auch in anderen Bereichen unterdrücken die katarischen Behörden grundlegende Menschenrechte.
  • Hier eine Übersicht in sechs Punkten. Am 20.
  • November wird in Katar die Fußball-WM angepfiffen und der Golfstaat steht damit global im Rampenlicht.
  • Seitdem der Weltfußballverband FIFA 2010 die Weltmeisterschaft an Katar vergeben hat, ist viel über die schlimme Lage von Arbeitsmigrant*innen in Katar berichtet worden.
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Allerdings ist die Behandlung von Arbeitsmigrant*innen nur einer von vielen Minuspunkten in der miserablen Menschenrechtsbilanz des Golfstaats. Die katarischen Behörden unterdrücken die Rechte auf Meinungs-, Presse- und Vereinigungsfreiheit. Die Zahl der unfairen Gerichtsverfahren gibt nach wie vor Grund zur Sorge.

Frauen werden dort weiterhin im Gesetz und in der Praxis diskriminiert, und schwule, lesbische, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) sind gesetzlicher Diskriminierung ausgesetzt. Die katarischen Behörden wenden an, um Kritiker*innen zum Schweigen zu bringen. Dies gilt sowohl für als auch für,

Amnesty International hat Fälle dokumentiert, in denen katarische Staatsangehörige weil sie die Regierung kritisiert hatten, und dann in basierend auf erzwungenen “Geständnissen” verurteilt wurden. Malcolm Bidali, ein Blogger aus Kenia, der in Katar bei einem Sicherheitsdienst arbeitete und sich für die Rechte von Migrant*innen einsetzt, Er wurde einen Monat lang in Einzelhaft gehalten, weil er auf die Lage von Arbeitsmigrant*innen aufmerksam gemacht hatte.

  • In Katar gibt es nur sehr wenige unabhängige oder kritische Medien.
  • So schränken die Behörden die Pressefreiheit für Sender ein, indem sie ihnen nicht erlauben, an bestimmten Orten wie zum Beispiel in Regierungsgebäuden, Krankenhäusern, Universitäten, Unterkünften von Arbeitsmigrant*innen oder Privatwohnungen zu filmen.

Arbeitsmigrant*innen dürfen nach wie vor keine Gewerkschaften gründen oder ihnen beitreten. Stattdessen dürfen sie in sogenannte Gemeinsame Ausschüsse eintreten, eine unter der Leitung von Arbeitgeber*innen stehende Initiative zur Interessenvertretung von Beschäftigten.

Die Initiative ist bis heute jedoch noch nicht verpflichtend und bezieht sich nur auf zwei Prozent aller Arbeiter*innen. Dies wird dem Grundrecht von Beschäftigten, Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten, in keiner Weise gerecht. Kataris und Arbeitsmigrant*innen müssen für die Wahrnehmung des Rechts auf friedliche Versammlung gleichermaßen mit Bestrafung rechnen.

So wurden beispielsweise im August 2022, nachdem sie in Doha auf die Straße gegangen sind, um dagegen zu protestieren, dass ihr Unternehmen ihnen wiederholt den Lohn vorenthalten hatte. Faire Gerichtsverfahren sind in Katar bei Weitem nicht garantiert.

  1. In den vergangenen zehn Jahren hat Amnesty International Fälle von unfairen Gerichtsverfahren dokumentiert.
  2. In den Verfahren wurden Aussagen der Angeklagten, sie seien gefoltert oder anderweitig misshandelt worden, nie nachgegangen.
  3. Auch Urteile auf Grundlage erzwungener “Geständnisse” wurden nicht aufgearbeitet.

Oftmals wurden die Angeklagten verhört, ohne Zugang zu Rechtsanwält*innen, Dolmetscher*innen oder Kontakt zur Außenwelt zu haben. Der Jordanier verbüßt beispielsweise eine dreijährige Gefängnisstrafe, zu der er nach einem unfairen Gerichtsverfahren in Katar verurteilt worden war.

Das Gerichtsverfahren stützte sich auf ein “Geständnis”, das Abdullah Ibhais seinen Angaben zufolge unter Zwang abgelegt hat. Frauen werden in Katar weiterhin per Gesetz und in der Praxis diskriminiert. Unter dem Vormundschaftssystem brauchen Frauen die Erlaubnis ihres männlichen Vormunds, um zu heiraten, im Ausland mit einem staatlichen Stipendium zu studieren, im öffentlichen Dienst zu arbeiten oder ins Ausland zu reisen (wenn die Frau jünger als 25 Jahre ist).

Auch Besuche bei Frauenärzt*innen zählen dazu. Der männliche Vormund ist in der Regel der Ehemann, Vater, Bruder, Großvater oder Onkel. Frauen werden auch durch das Familienrecht diskriminiert. Sie stehen vor größeren Hürden, wenn sie die Scheidung einreichen möchten, und haben nach der Scheidung im Vergleich zu Männern erhebliche wirtschaftliche Nachteile.

Frauen sind weiterhin nicht ausreichend vor häuslicher und sexualisierter Gewalt geschützt. Mitglieder der LGBTI+-Community werden durch die katarische Gesetzgebung diskriminiert. Paragraf 296(3) des Strafgesetzes stellt eine Reihe gleichgeschlechtlicher, einvernehmlicher sexueller Handlungen unter Strafe, unter anderem durch mögliche Gefängnisstrafen für jeden, der “einen Mann in irgendeiner Weise zu Unzucht oder Ausschweifungen verleitet, anstiftet oder verführt”.

Laut Paragraf 296(4) ist es auch strafbar, “einen Mann oder eine Frau in irgendeiner Weise zu verbotenen oder unmoralischen Handlungen zu verleiten oder zu verführen”. Im Oktober 2022 Menschenrechtsorganisationen Fälle, in denen Sicherheitskräfte Mitglieder der LGBTI+-Community in der Öffentlichkeit festnahmen und ihre Handys durchsuchten – allein wegen des Ausdrucks ihrer Geschlechtsidentität.

Als Voraussetzung für ihre Freilassung verlangten die Sicherheitskräfte von den festgenommenen trans Frauen, dass diese sich einer Konversionstherapie unterziehen. Trotz der der katarischen Regierung, das Arbeitssystem des Golfstaats zu reformieren, sind Arbeitsrechtsverletzungen immer noch weit verbreitet.

Durch die Reformen haben sich die Arbeitsbedingungen für einige Arbeiter*innen verbessert. Tausende von ihnen sind aber immer noch Verstößen ihrer Rechte ausgesetzt, wie verspäteten oder gar nicht gezahlten Löhnen, dem Wegfall von Ruhetagen, unsicheren Arbeitsbedingungen, Behinderungen bei einem Jobwechsel sowie wenigen Möglichkeiten, gegen all diese Verstöße rechtliche Schritte einleiten zu können.

Es gibt weiterhin tausende von ungeklärten, Obwohl Katar einen Fonds zur Entschädigung bei Lohndiebstahl eingerichtet hat, aus dem das Emirat bereits beträchtliche Summen an Arbeiter*innen gezahlt hat, denen Lohndiebstahl widerfahren ist, sind hundertausende von Arbeitsmigrant*innen immer noch nicht für Arbeitsrechtsverletzungen entschädigt worden, die sie in den vergangen zehn Jahren erfahren haben.

Zwangsarbeit und andere Formen der Ausbeutung bestehen unvermindert weiter, vor allem im und in, wo Frauen einen Großteil des Hauspersonals ausmachen. Weit verbreitet sind außerdem extrem hohe Vermittlungsgebühren, mit denen sich zukünftige Arbeitsmigrant*innen einen Job in Katar sichern können.

Ist die Kritik an Katar berechtigt?

Fußball-WM Kritik an Katar ist berechtigt – Bashing aber ist unangebracht – Arbeiter präparieren den Rasen für das Vorrundenspiel Dänemark gegen Tunesien © picture alliance / AA | Mustafa Yalçın Selten war eine Fußball-WM so überschattet von Vorwürfen. Inzwischen hat sich die Debatte um Katar aber verselbständigt – und schießt über das eigentliche Ziel hinaus Die Fußballweltmeisterschaft in Katar ist gestartet – und selten war eine WM so überschattet von Vorwürfen.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch beklagen mangelnde Rechte für Frauen und Homosexuelle sowie immer noch unzureichende Arbeitsbedingungen in Katar. Dass hierauf verwiesen wird, ist wichtig. Nur durch konstruktive Kritik und ein Sichtbarmachen von Missständen kann sich etwas verändern.

Ebenfalls heiß diskutiert: der Eklat um die „One Love”-Armbinde und die teils wirre Verteidigungsrede von FIFA-Chef Infantino. Völlig zurecht debattieren wir darüber im privaten und im öffentlichen Raum. Doch die Debatte hat sich auf Social Media und leider auch in den Medien an einigen Stellen verselbständigt und wirkt zunehmend undifferenziert: „Gelangweilte Kamele”, „Blut-Scheichs”, „Lügen-Show”, „Nichts als Heuchelei” – das Katar-Bashing kennt keine Grenzen.

Woran sehe ich eigentlich, dass sich ein Kamel langweilt? Wieso werden Scheichs jetzt unter den Generalverdacht gestellt, Blut an den Händen kleben zu haben? Und: „Heuchelei” könnte man Deutschland auch vorwerfen – Flüssiggas würden wir trotz der Kritik schließlich gerne von Katar beziehen, oder etwa nicht? Die Dynamik dieser Debatte erinnert an die verhärteten Fronten zu Pandemiezeiten: Impfen oder nicht? Mit ähnlichem Druck steht nun die Frage im Raum: Spiele schauen oder nicht? Vielen geht es hierbei um die „richtige” Haltung.

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Aber was ist die richtige Haltung? Wenn wir die „richtige” Haltung an das ursprüngliche Ziel der horrenden Katar-Kritik knüpfen, nämlich die Situation von Frauen, Homosexuellen und Gastarbeitern in Katar verbessern zu wollen, dann ist klar: Mit einem Katar-Bashing ist den Menschen vor Ort nicht geholfen.

Wer wird in Katar diskriminiert?

Katar: Sechs Dinge, die du über den Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wissen solltest In Katar sind Migrant*innen, darunter viele Hausangestellte, nach wie vor zahlreichen Menschenrechtsverstößen wie Lohndiebstahl, Zwangsarbeit und Ausbeutung ausgesetzt.

Doch auch in anderen Bereichen unterdrücken die katarischen Behörden grundlegende Menschenrechte. Hier eine Übersicht in sechs Punkten. Am 20. November wird in Katar die Fußball-WM angepfiffen und der Golfstaat steht damit global im Rampenlicht. Seitdem der Weltfußballverband FIFA 2010 die Weltmeisterschaft an Katar vergeben hat, ist viel über die schlimme Lage von Arbeitsmigrant*innen in Katar berichtet worden.

Allerdings ist die Behandlung von Arbeitsmigrant*innen nur einer von vielen Minuspunkten in der miserablen Menschenrechtsbilanz des Golfstaats. Die katarischen Behörden unterdrücken die Rechte auf Meinungs-, Presse- und Vereinigungsfreiheit. Die Zahl der unfairen Gerichtsverfahren gibt nach wie vor Grund zur Sorge.

Frauen werden dort weiterhin im Gesetz und in der Praxis diskriminiert, und schwule, lesbische, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) sind gesetzlicher Diskriminierung ausgesetzt. Die katarischen Behörden wenden an, um Kritiker*innen zum Schweigen zu bringen. Dies gilt sowohl für als auch für,

Amnesty International hat Fälle dokumentiert, in denen katarische Staatsangehörige weil sie die Regierung kritisiert hatten, und dann in basierend auf erzwungenen “Geständnissen” verurteilt wurden. Malcolm Bidali, ein Blogger aus Kenia, der in Katar bei einem Sicherheitsdienst arbeitete und sich für die Rechte von Migrant*innen einsetzt, Er wurde einen Monat lang in Einzelhaft gehalten, weil er auf die Lage von Arbeitsmigrant*innen aufmerksam gemacht hatte.

  1. In Katar gibt es nur sehr wenige unabhängige oder kritische Medien.
  2. So schränken die Behörden die Pressefreiheit für Sender ein, indem sie ihnen nicht erlauben, an bestimmten Orten wie zum Beispiel in Regierungsgebäuden, Krankenhäusern, Universitäten, Unterkünften von Arbeitsmigrant*innen oder Privatwohnungen zu filmen.

Arbeitsmigrant*innen dürfen nach wie vor keine Gewerkschaften gründen oder ihnen beitreten. Stattdessen dürfen sie in sogenannte Gemeinsame Ausschüsse eintreten, eine unter der Leitung von Arbeitgeber*innen stehende Initiative zur Interessenvertretung von Beschäftigten.

Die Initiative ist bis heute jedoch noch nicht verpflichtend und bezieht sich nur auf zwei Prozent aller Arbeiter*innen. Dies wird dem Grundrecht von Beschäftigten, Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten, in keiner Weise gerecht. Kataris und Arbeitsmigrant*innen müssen für die Wahrnehmung des Rechts auf friedliche Versammlung gleichermaßen mit Bestrafung rechnen.

So wurden beispielsweise im August 2022, nachdem sie in Doha auf die Straße gegangen sind, um dagegen zu protestieren, dass ihr Unternehmen ihnen wiederholt den Lohn vorenthalten hatte. Faire Gerichtsverfahren sind in Katar bei Weitem nicht garantiert.

In den vergangenen zehn Jahren hat Amnesty International Fälle von unfairen Gerichtsverfahren dokumentiert. In den Verfahren wurden Aussagen der Angeklagten, sie seien gefoltert oder anderweitig misshandelt worden, nie nachgegangen. Auch Urteile auf Grundlage erzwungener “Geständnisse” wurden nicht aufgearbeitet.

Oftmals wurden die Angeklagten verhört, ohne Zugang zu Rechtsanwält*innen, Dolmetscher*innen oder Kontakt zur Außenwelt zu haben. Der Jordanier verbüßt beispielsweise eine dreijährige Gefängnisstrafe, zu der er nach einem unfairen Gerichtsverfahren in Katar verurteilt worden war.

  1. Das Gerichtsverfahren stützte sich auf ein “Geständnis”, das Abdullah Ibhais seinen Angaben zufolge unter Zwang abgelegt hat.
  2. Frauen werden in Katar weiterhin per Gesetz und in der Praxis diskriminiert.
  3. Unter dem Vormundschaftssystem brauchen Frauen die Erlaubnis ihres männlichen Vormunds, um zu heiraten, im Ausland mit einem staatlichen Stipendium zu studieren, im öffentlichen Dienst zu arbeiten oder ins Ausland zu reisen (wenn die Frau jünger als 25 Jahre ist).

Auch Besuche bei Frauenärzt*innen zählen dazu. Der männliche Vormund ist in der Regel der Ehemann, Vater, Bruder, Großvater oder Onkel. Frauen werden auch durch das Familienrecht diskriminiert. Sie stehen vor größeren Hürden, wenn sie die Scheidung einreichen möchten, und haben nach der Scheidung im Vergleich zu Männern erhebliche wirtschaftliche Nachteile.

  1. Frauen sind weiterhin nicht ausreichend vor häuslicher und sexualisierter Gewalt geschützt.
  2. Mitglieder der LGBTI+-Community werden durch die katarische Gesetzgebung diskriminiert.
  3. Paragraf 296(3) des Strafgesetzes stellt eine Reihe gleichgeschlechtlicher, einvernehmlicher sexueller Handlungen unter Strafe, unter anderem durch mögliche Gefängnisstrafen für jeden, der “einen Mann in irgendeiner Weise zu Unzucht oder Ausschweifungen verleitet, anstiftet oder verführt”.

Laut Paragraf 296(4) ist es auch strafbar, “einen Mann oder eine Frau in irgendeiner Weise zu verbotenen oder unmoralischen Handlungen zu verleiten oder zu verführen”. Im Oktober 2022 Menschenrechtsorganisationen Fälle, in denen Sicherheitskräfte Mitglieder der LGBTI+-Community in der Öffentlichkeit festnahmen und ihre Handys durchsuchten – allein wegen des Ausdrucks ihrer Geschlechtsidentität.

  1. Als Voraussetzung für ihre Freilassung verlangten die Sicherheitskräfte von den festgenommenen trans Frauen, dass diese sich einer Konversionstherapie unterziehen.
  2. Trotz der der katarischen Regierung, das Arbeitssystem des Golfstaats zu reformieren, sind Arbeitsrechtsverletzungen immer noch weit verbreitet.

Durch die Reformen haben sich die Arbeitsbedingungen für einige Arbeiter*innen verbessert. Tausende von ihnen sind aber immer noch Verstößen ihrer Rechte ausgesetzt, wie verspäteten oder gar nicht gezahlten Löhnen, dem Wegfall von Ruhetagen, unsicheren Arbeitsbedingungen, Behinderungen bei einem Jobwechsel sowie wenigen Möglichkeiten, gegen all diese Verstöße rechtliche Schritte einleiten zu können.

  • Es gibt weiterhin tausende von ungeklärten,
  • Obwohl Katar einen Fonds zur Entschädigung bei Lohndiebstahl eingerichtet hat, aus dem das Emirat bereits beträchtliche Summen an Arbeiter*innen gezahlt hat, denen Lohndiebstahl widerfahren ist, sind hundertausende von Arbeitsmigrant*innen immer noch nicht für Arbeitsrechtsverletzungen entschädigt worden, die sie in den vergangen zehn Jahren erfahren haben.

Zwangsarbeit und andere Formen der Ausbeutung bestehen unvermindert weiter, vor allem im und in, wo Frauen einen Großteil des Hauspersonals ausmachen. Weit verbreitet sind außerdem extrem hohe Vermittlungsgebühren, mit denen sich zukünftige Arbeitsmigrant*innen einen Job in Katar sichern können.